Aktuelle Veranstaltungen

Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

Sonntag
12.
April 2026
11.00 Uhr
Imre Kertesz<br>(c) Steffen Mühle

Imre Kertesz
(c) Steffen Mühle

Hanns Zischler<br>(c) Jennifer Fey

Hanns Zischler
(c) Jennifer Fey

 

Matinee in der Villa Quandt
Zum 10. Todestag des Literaturnobelpreisträgers Imre Kertész (1929-2016)
Hanns Zischler liest aus dem „Roman eines Schicksallosen“, Übersetzung Christina Viragh/ Lesefassung Jochen Röhrig

Einführung: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 15 € (Nur verbindliche Reservierungen möglich - Karten werden vorab verschickt)

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Mit diesem Jahrhundertroman ist Imre Kertész etwas Skandalöses gelungen: die Entmystifizierung von Auschwitz. Es gibt kein literarisches Werk, das in dieser Konsequenz, ohne zu deuten, ohne zu werten, der Perspektive eines staunenden Kindes treu geblieben ist. Wohl nie zuvor hat ein Autor seine Figur Schritt für Schritt bis an jene Grenze hinab begleitet, wo das nackte Leben zur hemmungslosen, glücksüchtigen, obszönen Angelegenheit wird.

Imre Kertész, 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 als 14-Jähriger nach Auschwitz und Buchenwald deportiert. In seinem «Roman eines Schicksallosen» hat er diese Erfahrung auf außergewöhnliche Weise verarbeitet. Das Buch erschien zuerst 1975 in Ungarn, wo er während der sozialistischen Ära jedoch Außenseiter blieb und vor allem von Übersetzungen lebte (u.a. Nietzsche, Hofmannsthal, Schnitzler, Freud, Joseph Roth, Wittgenstein, Canetti). Erst nach der europäischen Wende gelangte er zu weltweitem Ruhm, 2002 erhielt er den Literaturnobelpreis. Seitdem lebte Imre Kertész überwiegend in Berlin und kehrte erst 2012, schwer erkrankt, nach Budapest zurück, wo er 2016 starb.

Hanns Zischler wurde 1947 in Nürnberg geboren, er studierte Ethnologie und Literaturwissenschaften und war als Lektor und Übersetzer tätig, bevor er sich ganz der Schauspielerei widmete. Eigene Inszenierungen an Theaterbühnen und eine Vielzahl an Fernseh- und Kinofilmen, auch in Hollywood, folgten. Hanns Zischler schreibt Artikel und literarische Essays. Er ist Autor erfolgreicher erzählender Sachbücher, zuletzt „Der Bleistift“ (2025).