Veranstaltungsflyer
der Villa Quandt (pdf)

Veranstaltungen

Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

Mittwoch
06.
März 2024
20.00 Uhr

Abdel Samad Hamed
(c) Christine Fenzl

   

Hamed Abdel-Samad
"Islam. Eine kritische Geschichte"

Lesung und Gespräch
Moderation: Ingo Kahle

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Ausverkauft!

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 15 € (nur verbindliche Reservierungen möglich)

Spätestens seit dem feigen Angriff der Hamas auf Juden in Israel vom 7. Oktober 2023 stellt sich in Deutschland die Frage nach dem muslimischen Antisemitismus in Deutschland auf neue Weise. Hamed Abdel-Samad analysiert die Geschichte des Islam, um zu zeigen, was Europa noch erwartet. Ob das mittelalterliche oder das aufgeklärte Europa, der Islam positionierte sich immer als Antithese. Er baute sein Reich auf den Trümmern des römischen Imperiums und sah sich als der legitime Anführer der Welt. Der Machtverlust, der mit dem Ende des Osmanischen Reiches einherging, hat daran nichts geändert. Heute kommen Muslime nach Europa nicht mehr als Eroberer, sondern als meist friedliche Migranten, doch der Islamismus wandert mit ein und will sein Projekt in Europa vollenden. Abdel-Samad warnt eindringlich: »Wir müssen über den Islam wieder reden, denn von seiner Zukunft hängt auch die Zukunft Europas ab.«. Der seit Jahren von Fanatikern bedrohte Autor stellt sich seit vielen Jahren gegen die Islamisierungstendenzen in Europa. Das Buch stellt die Summe seines Denkens dar; es ist sein bislang wichtigstes Buch.

Hamed Abdel-Samad, geboren 1972, studierte Sprachen und Politik. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft in Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur in München, er war Mitglied der Deutschen Islam Konferenz. Seine Bestseller sorgen für Aufsehen: ›Aufklärung durch Tabubruch‹ (ZDF-Aspekte). Wegen seiner Tabubrüche wurde 2013 eine Fatwa gegen ihn verhängt, seither lebt er unter permanentem Polizeischutz.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg.

Donnerstag
07.
März 2024
19.30 Uhr

Ernst Paul Dörfler
(c) Peter-Andreas Hassiepen

Nell Zink
(c) Fred Filkorn

 

Ernst Paul Dörfler
"Das Liebesleben der Vögel"

Lesung und Gespräch
Moderation: Nell Zink

Bad Belzig | Roger Loewig Museum und Gedenkstätte | Flämingweg 6

Karten unter:
033841 – 42167

Eintritt: 8 / 6 €

RESERVIEREN

Treue Stadt-Amseln, Meisen mit Vaterkomplex und polygame Wachteln – das Liebesleben der Vögel ist variantenreich und immer wieder überraschend. Der Euronatur-Preisträger und Vogelexperte Ernst Paul Dörfler eröffnet die Beziehungswelt von über fünfzig heimischen Vogelarten und gibt Einblicke, die man sonst nirgends findet. So leben Vögel weit weniger monogam, als häufig angenommen, und der Klimawandel verstärkt diese Tendenz sogar noch: Extreme Schlechtwetterlagen beflügeln den Partnerwechsel unter Vögeln. Mit Witz und Leichtigkeit erzählt der Autor von den Bindungsmustern und Fortpflanzungstaktiken unserer gefiederten Nachbarn. Dieses Buch verändert den Blick auf das, was in Garten und Busch passiert.
Ernst Paul Dörfler, geboren 1950 in Kemberg bei Lutherstadt Wittenberg, ist promovierter Ökochemiker. Sein Buch Zurück zur Natur? (1986) wurde zum Kultbuch der ostdeutschen Umweltbewegung. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem EURONATUR-Preis der Stiftung Europäisches Naturerbe. 2019 erschien sein Buch Nestwärme bei Hanser, 2021 Aufs Land. Er lebt und arbeitet in Steckby.
Nell Zink, 1964 in Kalifornien geboren, wuchs im ländlichen Virginia auf. Sie studierte am College of William and Mary Philosophie und wurde in Medienwissenschaft an der Universität Tübingen promoviert. Mit ihrem 2019 erschienenen Roman Virginia war sie für den National Book Award nominiert. Sie lebt in Bad Belzig,

Sonntag
10.
März 2024
11.00 Uhr

Monika Maron
(c) Jonas Maron

   

Matinee in der Villa Quandt
Monika Maron „ Das Haus“

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Ausverkauft!

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 12 / 10 €

Der neue Roman von Monika Maron!

Katharina, Tierärztin im Ruhestand, erbt ein abgelegenes Gutshaus nordöstlich von Berlin. Schnell ist die Idee geboren, dort eine Kommune mit Freunden einzurichten, um den steigenden Mietpreisen in Berlin zu entfliehen und im Alter nicht allein zu sein. Bei Eva, Katharinas Freundin, sträubt sich zunächst alles gegen die Vorstellung, mit Menschen jenseits der Sechzig zusammenzuziehen. Doch dann lässt sie sich notgedrungen auf das Experiment ein und akzeptiert einen Neuanfang. Das Haus ist ein ebenso ergreifender wie weiser Gesellschaftsroman, in dem Monika Maron universelle Themen des Lebens, der Liebe und des Alters neu verhandelt.

Monika Maron, geboren 1941 in Berlin, ist eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Sie wuchs in der DDR auf, übersiedelte 1988 in die Bundesrepublik nach Hamburg und lebt seit 1993 wieder in Berlin. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane und mehrere Essaybände. Ausgezeichnet wurde sie mit zahlreichen Preisen, darunter der Kleistpreis (1992), der Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Homburg (2003), der Deutsche Nationalpreis (2009), der Lessing-Preis des Freistaats Sachsen (2011) und der Ida-Dehmel-Literaturpreis (2017).

Donnerstag
14.
März 2024
19.00 Uhr

Christian Brückner
(c) Hendrik Röder

   

Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Munch. Lebenslandschaft“
Christian Brückner liest aus „Hunger“ von Knut Hamsun (1859-1952)

In der Neuüberstzung von Ulrich Sonnenberg
(Textauswahl Jochen Röhrig)

Potsdam | Museum Barberini | Alter Markt | Humboldtstraße 5–6

Ausverkauft!

Karten unter:
0331 / 2804103
oder: www.museum-barberini.de

Eintritt: 18 (Der Eintritt ermöglicht ab 18 Uhr auch den Besuch der Ausstellung)

Ein junger Mann irrt durch eine Stadt, ohne Ziel und Daseinszweck, körperlich ausgezehrt, doch «vom fröhlichen Wahnsinn des Hungers gepackt». Das ist es, was ihn aufrecht hält: ein irrlichternder Geist, ein seismografisches Empfinden, eine fantastische Erfindungs- und Einbildungskraft. Den Kapriolen seiner halluzinatorischen Zustände verdankt der weltberühmte Roman jene ungeheure Komik, die schon Astrid Lindgren begeisterte. Nicht, was in ihm geschildert wird – nämlich die manischen Ausgeburten von «Hirnfieber» bei Nahrungsentzug –, sondern, wie diese existenzielle Grenzerfahrung gestaltet ist, macht ihn zu einem Meilenstein der literarischen Moderne. Der desolaten Verfassung des Ich-Erzählers entspricht ein fiebriger Sprachduktus, der Scham und Größenwahn, Verzweiflung und Überspanntheit nicht nur behauptet, sondern erstmals eine eigene radikale Erzählweise dafür findet. Über weite Strecken im inneren Monolog gehalten, entwickelt Hamsun hier Stilmittel, die Jahrzehnte später Marcel Proust, James Joyce oder Virginia Woolf aufgreifen werden. Nie zuvor oder danach sind Entbehrung und Hunger – der nach Brot wie der nach Anerkennung und Liebe – mit so ergreifender Tragikomik wiedergegeben worden wie im Hauptwerk des späteren Nobelpreisträgers.

In Kooperation mit dem Museum Barberini

Donnerstag
18.
April 2024
19.30 Uhr

Jörg Hartmann
(c) Silvia Medina

   

Potsdamer Buchpremiere
Jörg Hartmann „Der Lärm des Lebens“

Lesung und Gespräch
Moderation: Knut Elstermann

Potsdam | Hans Otto Theater | Schiffbauergasse 11

Ausverkauft!

Karten unter:
0331 / 2804103
oder: 0331 / 9811-8 | kasse@hansottotheater.de

Eintritt: 18 / 16 € (nur verbindliche Reservierungen möglich)

In «Der Lärm des Lebens» erzählt Jörg Hartmann auf hinreißende Weise seine Geschichte und die seiner Eltern und Großeltern. Es ist eine Liebeserklärung an die Kraft der Familie – und an den Ruhrpott. Ob es um die Situation seiner gehörlosen Großeltern im Nationalsozialismus geht, das Leben seiner Mutter als Pommesbudenbesitzerin, die Demenzerkrankung seines Vaters, der Dreher und leidenschaftlicher Handballer war, die vielen skurrilen Erlebnisse in der Großfamilie oder um Schlüsselbegegnungen, die er als Schauspieler hatte – immer hält Hartmann die Balance zwischen Tragik und Komik.
Er hat dabei einen kraftvollen Erzählton – persönlich, berührend, humorvoll. Und fragt: Warum kehren wir immer wieder zu unseren Wurzeln zurück? Es geht Hartmann darum, den Kreislauf des Lebens zu fassen: Eltern und Kinder, Anfang und Ende, Aufbruch und Ankunft, Werden und Vergehen – eben alles, was zum geliebten Lärm des Lebens gehört. Ein weises, geschichtenpralles Buch über Herkunft und Heimat – und den Wunsch, sich davon zu lösen und in die Welt zu ziehen. Eine Éducation sentimentale und, wie nebenbei, eine Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik.

Jörg Hartmann gehört zu den bedeutendsten deutschen Charakterdarstellern. 1969 geboren, wuchs er in Herdecke, im Ruhrpott, auf. Nach seiner Schauspielausbildung und verschiedenen Theaterengagements wurde er 1999 Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne. Fernsehproduktionen wie «Weissensee» oder der Dortmund-Tatort, in dem er Kommissar Faber spielt, machten ihn einem breiten Publikum bekannt; im Kino war er etwa in «Wilde Maus» oder zuletzt in «Sonne und Beton» zu sehen. Jörg Hartmann wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Fernsehpreis, der Goldenen Kamera und dem Grimme-Preis. Für den Tatort «Du bleibst hier» (2023) schrieb er das Drehbuch. Er hat drei Kinder und lebt mit seiner Familie in Potsdam.

In Kooperation mit dem Hans Otto Theater

Samstag
20.
April 2024
16.00 Uhr

Matthias Glaubrecht
(c) Sebastian Engels

   

Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 2023
Matthias Glaubrecht
„Dichter, Naturkundler, Welterforscher: Adelbert von Chamisso und die Suche nach der Nordostpassage“

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Bliesdorf - OT Kunersdorf | Chamisso-Museum Kunserdorf

Karten unter:
033 456 - 15 12 27
oder: info@chamisso-museum.de

Eintritt: 12 / 10 €

RESERVIEREN

Die bewegte Lebensgeschichte eines Heimatlosen zwischen Krieg, Kunst, Wissenschaft und Weltumseglung.

Als Flüchtling kam Adelbert von Chamisso in den Wirren der französischen Revolution nach Deutschland. Seine Heimat und seine Sprache hatte er verloren – in der Fremdsprache Deutsch begann er zu dichten, erfand die Gestalt des schattenlosen Peter Schlemihl und wurde damit berühmt. Aber damit war er nicht angekommen, im Gegenteil: In einer Zeit, in der selbst die Fahrt zur nächsten Stadt noch ein Abenteuer war, zog es ihn hinaus in die Welt. Als Mitglied einer Forschungsreise auf der Suche nach der legendären Nordostpassage fand er als Naturkundler unbekannte Pflanzenarten und deckte Naturgesetze auf, die noch Darwin beeindruckten. Seinem Schlemihl nicht unähnlich verfasste er glänzende, poetische Berichte über seine dreijährige Weltreise.

Matthias Glaubrecht hebt bei seiner detektivischen Spurensuche in Museumssammlungen und in Chamissos Nachlass einen bis heute übersehenen Schatz. In dieser Biographie eines Heimatlosen können wir endlich den ganzen Chamisso entdecken. Er zeigt erstmals in aller Deutlichkeit, wie bei dieser Ausnahmegestalt zugleich Literatur und naturkundliche Erkenntnis entstanden, was Chamisso selbst aus seiner Weltreise machte und was die Nachwelt aus ihm.

Der Evolutionsbiologe, Biosystematiker und Wissenschaftshistoriker Matthias Glaubrecht, Jahrgang 1962, ist Professor für Biodiversität der Tiere an der Universität Hamburg und wissenschaftlicher Leiter des geplanten neuen Hamburger Naturkundemuseums (Evolutioneum) am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB). Er war Gründungsdirektor des ehemaligen Centrums für Naturkunde der Universität Hamburg und Leiter der Abteilung Forschung am Museum für Naturkunde Berlin. Glaubrecht ist Autor mehrerer Bücher, darunter eine Biographie über Charles Darwin und „Am Ende des Archipels – Alfred Russel Wallace“.

Sonntag
21.
April 2024
11.00 Uhr

Matthias Glaubrecht
(c) Sebastian Engels

   

Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 2023
Matthias Glaubrecht
„Dichter, Naturkundler, Welterforscher: Adelbert von Chamisso und die Suche nach der Nordostpassage“

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeister Str. 46/47

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 12 / 10 €

RESERVIEREN

Die bewegte Lebensgeschichte eines Heimatlosen zwischen Krieg, Kunst, Wissenschaft und Weltumseglung.

Als Flüchtling kam Adelbert von Chamisso in den Wirren der französischen Revolution nach Deutschland. Seine Heimat und seine Sprache hatte er verloren – in der Fremdsprache Deutsch begann er zu dichten, erfand die Gestalt des schattenlosen Peter Schlemihl und wurde damit berühmt. Aber damit war er nicht angekommen, im Gegenteil: In einer Zeit, in der selbst die Fahrt zur nächsten Stadt noch ein Abenteuer war, zog es ihn hinaus in die Welt. Als Mitglied einer Forschungsreise auf der Suche nach der legendären Nordostpassage fand er als Naturkundler unbekannte Pflanzenarten und deckte Naturgesetze auf, die noch Darwin beeindruckten. Seinem Schlemihl nicht unähnlich verfasste er glänzende, poetische Berichte über seine dreijährige Weltreise.

Matthias Glaubrecht hebt bei seiner detektivischen Spurensuche in Museumssammlungen und in Chamissos Nachlass einen bis heute übersehenen Schatz. In dieser Biographie eines Heimatlosen können wir endlich den ganzen Chamisso entdecken. Er zeigt erstmals in aller Deutlichkeit, wie bei dieser Ausnahmegestalt zugleich Literatur und naturkundliche Erkenntnis entstanden, was Chamisso selbst aus seiner Weltreise machte und was die Nachwelt aus ihm.

Der Evolutionsbiologe, Biosystematiker und Wissenschaftshistoriker Matthias Glaubrecht, Jahrgang 1962, ist Professor für Biodiversität der Tiere an der Universität Hamburg und wissenschaftlicher Leiter des geplanten neuen Hamburger Naturkundemuseums (Evolutioneum) am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB). Er war Gründungsdirektor des ehemaligen Centrums für Naturkunde der Universität Hamburg und Leiter der Abteilung Forschung am Museum für Naturkunde Berlin. Glaubrecht ist Autor mehrerer Bücher, darunter eine Biographie über Charles Darwin und „Am Ende des Archipels – Alfred Russel Wallace“.

Freitag
26.
April 2024
19.00 Uhr

Klaus-Rüdiger Mai
(c) Christoph Busse

   

Klaus Rüdiger Mai
"Der kurze Sommer der Freiheit: Wie aus der DDR eine Diktatur wurde"

Moderation: Hendrik Röder

Bad Belzig | Roger Loewig Museum und Gedenkstätte | Flämingweg 6

Karten unter:
oder: 033841 – 42167

Eintritt: 8 / 6 €

RESERVIEREN

Die unerzählte Geschichte des Widerstands in der DDR
Zu Recht bekannt und Teil unserer Erinnerungskultur ist die mutige Tat und das erschütternde Schicksal der Gruppe um die Geschwister Scholl. Doch wer kennt Herbert Belter? Wer kennt Wolfgang Ihmels, Jutta Erbstößer oder Wolfgang Natonek? Auch Herbert Belter wurde von den Henkern eines totalitären Staates ermordet, nachdem er Flugblätter verteilt hatte, auch er war erst 21 Jahre alt am Tag seines gewaltsamen Todes.
Klaus-Rüdiger Mai erzählt auf der Grundlage intensiver Quellenrecherchen erstmals die ganze Geschichte des mutigen Widerstands Leipziger Studenten gegen die Stalinisierung Ostdeutschlands und bettet ihre Geschichte ein in die Unterdrückung demokratischer Anfänge in der DDR von ihrer Gründung 1949 bis zum Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Ein Lehrstück über das Werden einer Diktatur und über Mut und Widerstand.
Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg

Montag
29.
April 2024
20.00 Uhr

Ursula Fricker
(c) Schleyer-autorenarchiv

   

Ursula Fricker
„Fangspiele“

Mit Empfang, Lesung & Gespräch.
Moderation: Katarzyna Zorn

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeister Str. 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Ines und Lenni, eine über Jahre gefestigte Liebe, sie Dermatologin und er Landarzt, leben mit ihrer Tochter, die Cello spielt, im Berliner Umland. Von ihrem Haus aus ist in der Senke der schieferfarbene See zu sehen, kein großer See, ein fehlendes Puzzleteil, wie Ines immer sagt, als fehlte ausgerechnet dort das letzte Puzzleteil der Erde. In ihr Leben, das der beste Freund eindeutig zu kitschig findet, platzt die charismatische Edda hinein.
In ihrem neuen Roman wirft Ursula Fricker erneut virulente Themen unserer Gegenwart auf. "Fangspiele" lotet die Ambivalenz von Kunst und Selbstaufgabe aus, lässt Gewissheiten zerbröseln, erzählt von manipulativer Macht und der unheimlichen Bereitschaft, ihr zu verfallen.
Mit freundlicher Unterstützung durch Pro Helvetia

Sonntag
05.
Mai 2024
11.00 Uhr

Rüdiger Safranski
(c) Peter Andreas Hassiepen

   

Matinee in der Villa Quandt Rüdiger Rüdiger Safranski
“Kafka. Um sein Leben schreiben.“

Moderation: Peter Walther

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 15 €

RESERVIEREN

„Ich habe kein literarisches Interesse, sondern bestehe aus Litteratur, ich bin nichts anderes und kann nichts anderes sein", schrieb Franz Kafka an seine Verlobte Felice Bauer. Das Schreiben war seine Existenz, die ihm mehr bedeutete als ein vollendetes Werk. Rüdiger Safranski beobachtet Franz Kafka beim Schreiben, um den Geheimnissen seiner Texte näher zu kommen. In dessen Briefen liest er von den Augenblicken des Glücks, die Kafka am Schreibtisch erlebt, und von Momenten, in denen ihm die Welt vollkommen fremd erscheint. Versteht man Kafkas Bücher als Zeugnisse solcher Grenzerfahrungen, entfalten ihre Geheimnisse eine ganz unmittelbare Kraft. Eine solche Lektüre führt ins Zentrum eines Werks, das zu den Höhepunkten der Weltliteratur zählt.

Rüdiger Safranski, geboren 1945, studierte Philosophie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Wissenschaftlicher Assistent, Herausgeber und Redakteur der Berliner Hefte, Dozent in der Erwachsenenbildung, seit 1986 freier Autor. Für sein in zahlreiche Sprachen übersetztes Werk wurde er u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis (2014), mit dem Ludwig-Börne-Preis (2017) und dem Deutschen Nationalpreis (2018) ausgezeichnet. Zuletzt erschienen: Hölderlin. Komm! ins Offene, Freund! Biographie (2019), Klassiker! (2019, mit Michael Krüger und Martin Meyer), Einzeln sein (2021) und Kafka. Um sein Leben schreiben (2024). Rüdiger Safranski lebt in Badenweiler.

Montag
06.
Mai 2024
19.00 Uhr

Jörg Hartmann
(c) Silvia Medina

   

Jörg Hartmann
„Der Lärm des Lebens“

Lesung und Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Cottbus | Stadt- und Regionalbibliothek Cottbus | Berliner Str. 13/14

Karten unter:
0355 / 38060-24
oder: www.bibliothek-cottbus.de

Eintritt: 15 / 12 € (nur verbindliche Reservierungen möglich)

RESERVIEREN

In «Der Lärm des Lebens» erzählt Jörg Hartmann auf hinreißende Weise seine Geschichte und die seiner Eltern und Großeltern. Es ist eine Liebeserklärung an die Kraft der Familie – und an den Ruhrpott. Ob es um die Situation seiner gehörlosen Großeltern im Nationalsozialismus geht, das Leben seiner Mutter als Pommesbudenbesitzerin, die Demenzerkrankung seines Vaters, der Dreher und leidenschaftlicher Handballer war, die vielen skurrilen Erlebnisse in der Großfamilie oder um Schlüsselbegegnungen, die er als Schauspieler hatte – immer hält Hartmann die Balance zwischen Tragik und Komik.
Er hat dabei einen kraftvollen Erzählton – persönlich, berührend, humorvoll. Und fragt: Warum kehren wir immer wieder zu unseren Wurzeln zurück? Es geht Hartmann darum, den Kreislauf des Lebens zu fassen: Eltern und Kinder, Anfang und Ende, Aufbruch und Ankunft, Werden und Vergehen – eben alles, was zum geliebten Lärm des Lebens gehört. Ein weises, geschichtenpralles Buch über Herkunft und Heimat – und den Wunsch, sich davon zu lösen und in die Welt zu ziehen. Eine Éducation sentimentale und, wie nebenbei, eine Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik.

Jörg Hartmann gehört zu den bedeutendsten deutschen Charakterdarstellern. 1969 geboren, wuchs er in Herdecke, im Ruhrpott, auf. Nach seiner Schauspielausbildung und verschiedenen Theaterengagements wurde er 1999 Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne. Fernsehproduktionen wie «Weissensee» oder der Dortmund-Tatort, in dem er Kommissar Faber spielt, machten ihn einem breiten Publikum bekannt; im Kino war er etwa in «Wilde Maus» oder zuletzt in «Sonne und Beton» zu sehen. Jörg Hartmann wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Fernsehpreis, der Goldenen Kamera und dem Grimme-Preis. Für den Tatort «Du bleibst hier» (2023) schrieb er das Drehbuch. Er hat drei Kinder und lebt mit seiner Familie in Potsdam.

Mittwoch
15.
Mai 2024
20.00 Uhr

Robert Prosser
(c) Günter Mik

   

Österreichische Literatur im Land Brandenburg 2024
Robert Prosser „Verschwinden in Lawinen“

Vortrag und Gespräch
Moderation: Katarzyna Zorn

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

In einem Bergdorf in Tirol herrscht am Ende der Wintersaison gespannte Stille: Zwei Einheimische sind von einer Lawine verschüttet worden. Während die junge Frau um ihr Leben kämpft, fehlt von ihrem Freund vorerst jede Spur. Auch Xaver beteiligt sich an der Suche im Unwegsamen, zuerst als einer der vielen Freiwilligen, dann auf eigene Faust. Als Heranwachsender hatte er erleben müssen, wie der geliebte Großvater in den Bergen verschwunden war. Zuerst möchte er seine Mutter finden, die sich nach dem Zerfall der Familie, vom Alkohol und der Arbeit im Tourismus gezeichnet, ins Hochgebirge zurückgezogen hat. Aber wo ist Xavers Platz? Wo liegt sein Glück?

In einem Bergdorf in Tirol herrscht am Ende der Wintersaison gespannte Stille: Zwei Einheimische sind von einer Lawine verschüttet worden. Während die junge Frau um ihr Leben kämpft, fehlt von ihrem Freund vorerst jede Spur. Auch Xaver beteiligt sich an der Suche im Unwegsamen, zuerst als einer der vielen Freiwilligen, dann auf eigene Faust. Als Heranwachsender hatte er erleben müssen, wie der geliebte Großvater in den Bergen verschwunden war. Erst der Hinweis von Mathoi, eines Heilers, der sich hoch oben über dem Tal als Einsiedler versteckt hält, führte Xaver und seine Mutter zu ihm – zu spät allerdings, der Großvater war tot. Hätte Xaver ihn retten können? Und was kann er jetzt tun, um sich von den Zweifeln an seiner Schuld zu befreien? Er macht sich auf die Suche nach Mathoi. Doch dazu muss er erst seine Mutter finden, die sich nach dem Zerfall der Familie, vom Alkohol und der Arbeit im Tourismus gezeichnet, ins Hochgebirge zurückgezogen hat. Aber wo ist Xavers Platz? Wo liegt sein Glück? Und ist mit der Lawine endlich seine Chance gekommen, beides zu finden und sich zu beweisen?
Robert Prosser. Studium der Komparatistik und Kultur- und Sozialanthropologie, Autor und Performancekünstler. Für seine Romane hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. Reinhard-Priessnitz-Preis 2014. Mit »Phantome« (2017) stand er auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Robert Prosser lebt in Alpbach und in Wien. »Verschwinden in Lawinen« ist sein erster Roman bei Jung und Jung.

Sonntag
26.
Mai 2024
11.00 Uhr

Ernst Paul Dörfler
(c) Peter-Andreas Hassiepen

   

Ernst Paul Dörfler
"Das Liebesleben der Vögel"

Lesung mit Spaziergang
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Treue Stadt-Amseln, Meisen mit Vaterkomplex und polygame Wachteln – das Liebesleben der Vögel ist variantenreich und immer wieder überraschend. Der Euronatur-Preisträger und Vogelexperte Ernst Paul Dörfler eröffnet die Beziehungswelt von über fünfzig heimischen Vogelarten und gibt Einblicke, die man sonst nirgends findet. So leben Vögel weit weniger monogam, als häufig angenommen, und der Klimawandel verstärkt diese Tendenz sogar noch: Extreme Schlechtwetterlagen beflügeln den Partnerwechsel unter Vögeln. Mit Witz und Leichtigkeit erzählt der Autor von den Bindungsmustern und Fortpflanzungstaktiken unserer gefiederten Nachbarn. Dieses Buch verändert den Blick auf das, was in Garten und Busch passiert.

Ernst Paul Dörfler, geboren 1950 in Kemberg bei Lutherstadt Wittenberg, ist promovierter Ökochemiker. Sein Buch Zurück zur Natur? (1986) wurde zum Kultbuch der ostdeutschen Umweltbewegung. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem EURONATUR-Preis der Stiftung Europäisches Naturerbe. 2019 erschien sein Buch "Nestwärme" bei Hanser, 2021 "Aufs Land". Er lebt und arbeitet in Steckby.

Donnerstag
06.
Juni 2024
19.00 Uhr

Norman Ohler
(c) Urban Zintel

   

Norman Ohler
„Der stärkste Stoff: Psychedelische Drogen: Waffe, Rauschmittel, Medikament“

Lesung und Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Cottbus | Stadt- und Regionalbibliothek | Berliner Straße 13/14

Karten unter:
0355 / 38060-24
oder: www.bibliothek-cottbus.de

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Wie Norman Ohler in seinem internationalen Bestseller »Der totale Rausch« am Beispiel der NS-Zeit gezeigt hat, spielen Drogen und Drogenpolitik eine dramatische, immer noch unterschätzte Rolle in der Geschichte der Menschheit. In seinem neuen Buch nimmt der Autor diesen Faden wieder auf und untersucht, wie Entwicklung, Produktion und Verbreitung psychedelischer Substanzen Politik und Gesellschaft von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart geprägt haben.
Bei seinen ebenso abenteuerlichen wie gründlichen Recherchen in Archiven in Europa und den USA differenziert Norman Ohler zwischen drei Dimensionen beim Blick auf Drogen: ihre Funktion als Rauschmittel, als Werkzeug der Bewusstseinskontrolle sowie als Heilmittel.
Am Beispiel der Entdeckung des LSDs und dem aus mexikanischen Pilzen gewonnenen Psilocybin bringt Norman Ohler Licht in das Zusammenspiel aus wissenschaftlicher Forschung, staatlichen Behörden und hedonistischer Drogenkultur. Und er zeigt überzeugend, wie eine undifferenzierte Prohibitionspolitik Fortschritte im Kampf gegen Zivilisationskrankheiten wie Depression oder Alzheimer verhindert. Es treten auf: Albert Hofmann und die Basler Firmen Sandoz und Novartis, Harry J. Anslinger und sein Federal Bureau of Narcotics, Richard Nixon und Elvis Presley, Aldous Huxley und John Lennon, sowie die Eltern des Autoren.

Norman Ohler, 1970 geboren, ist der Autor von vier von der Presse gefeierten Romanen und zwei Sachbüchern. Sein erster Roman »Die Quotenmaschine« erschien 1995 zunächst als Hypertext im Netz und gilt als weltweit erster Internet-Roman. »Mitte« (2001) und »Stadt des Goldes« (2002) komplettieren seine Metropolentriologie. 2015 erschien »Der totale Rausch« über die kaum aufgearbeitete Rolle von Drogen im Dritten Reich. Es wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und stand auf der Bestsellerliste der New York Times. Paramount hat eine Option auf die Filmrechte erworben. 2017 erschien Ohlers historischer Kriminalroman »Die Gleichung des Lebens«, der mit lebendigem Zeitkolorit das 18. Jahrhundert wiederauferstehen lässt.

Samstag
08.
Juni 2024
18.00 - 23.30 Uhr

Marco Tschirpke - (c) Waejane Chen
Annette Mingels - (c) Peter Rigaud
Yvonne Zitzmann - (c) Kerstin Weinert
André Kubiczek - (c) Dagmar Morath

   

„Brandenburg liest“
Der lange Abend der Brandenburgischen Literatur

Für Essen & Trinken ist gesorgt.

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 15 €

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Mit Marco Tschirpke „Dichten, bis ich Dresche kriege. Politische Gedichte“
Annette Mingels „Der letzte Liebende“
Yvonne Zitzmann „Die geteilte Schuld“
André Kubiczek „Nostalgia“ u.a.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Land Brandenburg Lotto GmbH.

Sonntag
07.
Juli 2024
19.30 Uhr

Juli Zeh
(c) Peter von Felbert

Dirk Oschmann
(c) Jakob Weber

 

„Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung?“
Ein Gespräch zwischen Juli Zeh & Dirk Oschmann.

Moderation: Knut Elstermann

Potsdam | Nikolaisaal | Wilhelm-Staab-Str. 10/11

Karten unter:
0331 / 28 888 28
oder: www.nikolaisaal.de

Eintritt: 20 / 18 €

Wie redet der Westen über den Osten? Und was bedeutet es, eine ostdeutsche Identität auferlegt zu bekommen, die zudem für die wachsende gesellschaftliche Spannung verantwortlich gemacht wird? Nach wie vor gilt der Westen als Norm und der Osten als Abweichung, so der Befund von Dirk Oschmann. Ob Populismus, mangelndes Demokratieverständnis oder Verschwörungsmythen: die Mängelliste für den Osten ist lang. Der Westen, so die Schriftstellerin Juli Zeh, habe die Wiedervereinigung 1990 vor allem als Problem gesehen.

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman Adler und Engel (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015), und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln (2019). 2018 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde sie zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt.

Dirk Oschmann, geboren 1967 in Gotha, ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Leipzig.

Donnerstag
05.
September 2024
20.00 Uhr

Joerg Thadeusz
(c) Maya Claussen

   

Jörg Thadeusz
„Steinhammer“

Lesung und Gespräch
Moderation Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 15 €

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Dortmund-Lütgendortmund in der Nachkriegszeit, das bedeutet Armut, Kriegstraumata und wenig Hoffnung auf eine rosige Zukunft. Doch drei Jugendliche kämpfen um einen besseren Platz im Leben.
Edgar wächst bei seiner Mutter und seinem Onkel – der Vater ist im Krieg gefallen – in den 50er-Jahren in der Steinhammer Straße in Dortmund auf. Er soll später den Friseurladen übernehmen oder bei schlechtem Betragen zur Strafe auf den Pütt. Er, seine Jugendliebe Nelly und sein bester Freund Jürgen – sie alle haben genug von der ärmlichen Enge und Versehrtheit des Viertels und träumen davon, alles hinter sich zu lassen. Als Edgar die Möglichkeit bekommt, Schaufensterdekorateur zu lernen, und Förderer findet, öffnet sich die Tür zur Düsseldorfer Künstlerszene. Doch Edgar ist anders als die Sprösslinge reicher Familien und eckt mit seiner unkontrollierten Art immer wieder an.
Der Roman lehnt sich an das Leben des Malers Norbert Tadeusz an, der es zum Meisterschüler Beuys’ und zum Kunstprofessor brachte. Jörg Thadeusz schreibt in diesem authentischen Roman über einen Aufsteiger, der mit seiner Herkunft bricht und sie doch nie ganz loswird.

Jörg Thadeusz, Journalist, Moderator und Autor. Für seine Außenreportagen bei »Zimmer frei« erhielt er den Grimme-Preis. Er moderiert die politische Gesprächssendung »Thadeusz und die Beobachter« im rbb-Fernsehen. Bei WDR2 befragt er in seiner Abendsendung Menschen, die etwas zu sagen haben. Er ist wöchentlicher Kolumnist der Berliner Morgenpost. Bei Kiepenheuer & Witsch erschienen von ihm: Rette mich ein bisschen, 2003; Alles schön, 2004; Aufforderung zum Tanz (gemeinsam mit Christine Westermann), 2008; Die Sopranistin, 2011, sowie Die vereinigten Zutaten von Amerika, 2012 (gemeinsam mit Anna Engelke).

Montag
30.
September 2024
20.00 Uhr

John von Düffel
(c) Katja von Düffel

   

John von Düffel
„Das Wenige und das Wesentliche: Ein Stundenbuch“

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

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Ein Neujahrsmorgen im ligurischen Hinterland. Ein klösterliches Zimmer. Eine Landschaft, die zugleich karg ist und grün. In dieser stillen Umgebung, an diesem Tag des Anfangs und des Endes stellt sich die älteste Frage von allen noch einmal neu: Wie lebe ich richtig? Es beginnt ein Gedankengang durch die Stunden des Tages von vor Sonnenaufgang bis nach Sonnenuntergang, von den Anfängen der Lebensbetrachtung bis in die Gegenwart und darüber hinaus. Dieses Buch ist eine Einladung, die Suche nach der richtigen Richtung mitzugehen: im Nachdenken über Sinn und Sein, über die Lebensregeln des Wenigen und Wesentlichen sowie die klassischen Imperative der Schönheit, des Maßes und der Selbsterkenntnis.

JOHN VON DÜFFEL, geb. 1966 in Göttingen, studierte Philosophie in Stirling, Schottland, und Freiburg im Breisgau und promovierte über Erkenntnistheorie. Er arbeitet als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Seit 1998 veröffentlicht er Romane, Erzählungsbände sowie essayistische Texte bei DuMont, u. a. ›Vom Wasser‹ (1998), ›Houwelandt‹ (2004), ›Wassererzählungen‹ (2014), ›Klassenbuch‹ (2017), ›Der brennende See‹ (2020), ›Wasser und andere Welten‹ (Neuausgabe 2021), ›Die Wütenden und die Schuldigen‹ (2021) sowie ›Das Wenige und das Wesentliche. Ein Stundenbuch‹ (2022). Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem aspekte-Literaturpreis und dem Nicolas-Born-Preis. Er lebt mit seiner Familie in Potsdam.

Mittwoch
09.
Oktober 2024
20.00 Uhr

Carsten Gansel
(c) Frank Wilhelm

   

Carsten Gansel
„Ich bin so gierig nach Leben. Brigitte Reimann. Die Biographie“
Jutta Hoffmann liest Texte der Autorin.

Lesung & Gespräch,
Moderation: Peter Walther

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

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Wie aktuell wirkt aus heutiger Sicht dieses unangepasste Leben einer Schriftstellerin, die vielen als Femme fatale galt, vor allem aber eine moderne, selbstbestimmte Frau und vielseitige Autorin war. Carsten Gansels umfassende Biographie Brigitte Reimanns (1933-1973) liefert die spannende Neubewertung des Lebens einer Schriftstellerin mit seinen Höhen und Tiefen. Zugleich gibt er einen umfaßenden Einblick in das komplexe Werk, das derzeit international neu entdeckt und gefeiert wird.

Carsten Gansel, geboren 1955 in Güstrow/Mecklenburg, seit 1995 Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Gießen. Er arbeitete unter anderem zu Gotthold Ephraim Lessing, Hermann Hesse, Hans Fallada, Johannes R. Becher, Hans Werner Richter, Uwe Johnson, Christa Wolf, Brigitte Reimann und Erwin Strittmatter. Als Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen verantwortete er u. a. die Neuausgabe von Heinrich Gerlachs »Durchbruch bei Stalingrad« (2016), die international für Aufsehen sorgte. Er lebt in Neubrandenburg.

Donnerstag
07.
November 2024
20.00 Uhr

Grit Poppe, Niklas Poppe
(c) Marie Poppe

   

Buchpremiere
„Verschleppt, verbannt, verschwunden – Deutsche Kriegsjugend in Stalins Lagern und Gefängnissen“

Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

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Grit und Niklas Poppe erzählen die Schicksale Jugendlicher und junger Erwachsener nach, die nach dem Erleben der NS-Zeit, nach Kriegs- und Nachkriegserlebnissen in die Fänge des sowjetischen Geheimdienstes gerieten, verhaftet und verschleppt und nicht wenige auch getötet wurden – oft ohne, dass ihre Angehörigen damals etwas von ihrem Schicksal erfuhren.
Bereits 1945 erfolgten die ersten Verhaftungen von Schülern in der SBZ durch den sowjetischen Geheimdienst. So wurden beispielsweise vier 15- bis 16-jährige Schüler der „Zweiten Städtischen Oberschule für Jungen“ in Potsdam (heute Einstein-Gymnasium) verhaftet, unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert, verhört und misshandelt. Auslöser der Verhaftungen war, dass die Schüler sich weigerten am Russischunterricht teilzunehmen. Beschuldigt wurden sie, eine „Werwolf“-Gruppe gegründet und „antisowjetische Propaganda“ betrieben zu haben. Alle vier wurden zum Tode durch Erschießen verurteilt. Der Jüngste, Hermann Schlüter, wurde schließlich zu 20 Jahren Arbeitslager „begnadigt“. Die anderen drei Schüler wurden am 18. 4. 1946 erschossen.
Im Mittelpunkt des vorliegenden Bandes stehen die Leidensgeschichten und Hafterlebnisse Betroffener aus der gesamten SBZ und DDR, die jung und unschuldig, oft für Jahre – ausgehend vom KGB-Gefängnis in der Potsdamer Leistikowstraße – in einem der Speziallager der Sowjets und im Gulag verbringen mussten. Ihre Schicksale zeigen, wie schwer und nachhaltig Menschenwürde und Menschenrechte verletzt wurden.

Niklas Poppe, geboren 1991 in Potsdam, studierte an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) Deutsche Sprache und Literatur sowie Geschichtswissenschaft und arbeitet in der Gedenkstätte Roter Ochse Halle (Saale) als Gedenkstättenpädagoge. Er lebt in Halle.

Grit Poppe, geboren 1964 in Boltenhagen, studierte am Literaturinstitut Leipzig, lebt in Potsdam, schreibt Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihre Jugendromane „Weggesperrt“ und „Verraten“ wurden mehrfach ausgezeichnet.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (Politisches Bildungsforum Brandenburg).

Dienstag
19.
November 2024
20.00 Uhr

Ulrich Noethen
(c) Thore Siebrands

   

Immanuel Kant zum 300. Geburtstag
Ulrich Noethen liest Kant

Lesung und Empfang
Einführung: Dr. Maja Schepelmann (Berlin- Brandenburgische Akademie der Wissenschaften)

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Eintritt: 15 €

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Vor 300 Jahren wurde Immanuel Kant geboren. Der Weltweise aus
Königsberg hat im 18. Jahrhundert Erkenntnistheorie, Moralphilosophie
und auch unser Verständnis universeller Menschenrechte revolutioniert.
Wie aktuell ist Kant? Kann uns der Verfasser der Schrift "Zum ewigen
Frieden" auch bei der Bewältigung von Konflikten wie zum
Beispiel der asymmetrischer Kriegsführung oder Verbreitung "alternativer Fakten" helfen? Welchen Einfluß hat sein Manifest der Willensfreiheit: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" auf das
Zeitalter der Künstlichen Intelligenz?

Mit freundlicher Unterstützung durch die Stiftung Königsberg im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft