Aktuelle Veranstaltungen

Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

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Dienstag
26.
Oktober 2021
18.00 Uhr

Grit Poppe, Niklas Poppe
(c) Marie Poppe

 

Grit Poppe | Niklas Poppe
Die Weggesperrten
Umerziehung in der DDR – Schicksale von Kindern und Jugendlichen

Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße | Lindenstraße 54

Karten unter:
0331 – 289 61 12
oder: info@gedenkstaette-lindenstrasse.de

Eintritt: frei

„Eines Tages wurde ich aus der Klasse geholt, von fremden Menschen aus der Schule geführt und in ein Auto gesteckt. Ausgestiegen bin ich vor dem berüchtigten Haus 1 in Bräunsdorf.
Es war ein heißer Tag, als ich ankam, und irgendwie bin ich dort unter der Sonne erfroren.“

Unerzogen, aufsässig, unverbesserlich – wer sich in der DDR nicht zur staatskonformen Persönlichkeit formen lassen wollte, erhielt solche Attribute und wurde oft in Umerziehungsheimen, Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen weggesperrt. Denn Angepasstheit und das Funktionieren im Kollektiv galten der SED als unverzichtbar für den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft. In das Leben renitenter Kinder und Jugendlicher wurde massiv eingegriffen, ihre Menschenrechte trat man mit Füßen.
Viele von ihnen sind bis heute traumatisiert von den psychischen und physischen Misshandlungen.
Grit und Niklas Poppe erklären anhand berührender Schicksale dieses wenig beachtete brachiale Umerziehungssystem und betrachten auch den Umgang mit „Schwererziehbaren" zur NS-Zeit, das Schicksal der „Verdingkinder“ in der Schweiz sowie fragwürdige Methoden in der Bundesrepublik und in Heimen der Gegenwart.
Grit Poppe, geboren 1964 in Boltenhagen, studierte am Literaturinstitut in Leipzig, arbeitet als freiberufliche Autorin und lebt in Potsdam. Sie schreibt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene Bücher. Ihr Jugendroman Weggesperrt wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für
Kinder- und Jugendbücher.
Niklas Poppe, geboren 1991 in Potsdam, ist Lehrbeauftragter an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale), studierte dort Deutsche Sprache und Literatur sowie Geschichtswissenschaft und arbeitet u.a. als freier Mitarbeiter in verschiedenen Gedenkstätten. Er lebt in Halle.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße.
Gefördert durch den Brandenburgischen Literaturrat aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.