Veranstaltungen

Donnerstag
23.
Februar 2017
20.00 Uhr

Peter Walther
(c) Steffen Mühle

Peter Walther
"Hans Fallada. Die Biographie"

Zusatzveranstaltung
Lesung und Gespräch
Moderation: Harald Asel (rbb)

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 7 / 5 €

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Als 1932 mit "Kleiner Mann - was nun?" Falladas erster Welterfolg erscheint, liegt schon ein bewegtes Leben hinter ihm: Psychiatrieaufenthalt wegen Tötung eines Freundes in einem Scheinduell, Morphiumkonsum und Beschaffungskriminalität, Gefängnisaufenthalte, Arbeit als Annoncenjäger und Lokaljournalist. Seit seiner Pubertät ist das Schreiben für Fallada (1893-1947) ein Lebensantrieb. Erst die Ehe mit Suse jedoch gibt ihm den Rückhalt für seine ungeheure schriftstellerische Produktivität. Falladas Leben ist zugleich die Geschichte seiner lebenslangen Abhängigkeit von Alkohol, Schlaftabletten, Morphium und unseliger Kompromisse: "Der Junge kann was", lobt Goebbels. Im Auftrag des Propagandaministeriums schreibt der Bestseller-Autor der Weimarer Republik 1944 einen "nicht antisemitischen antisemitischen Roman". Nur wenig später entsteht auf Anregung von Johannes R. Becher das Buch über den Widerstand gegen das Nazi-Regime, das Jahrzehnte nach dem Tod des Schriftstellers zum zweiten Welterfolg wird. Peter Walther schildert "unfassbar material- und detailreich"(Süddeutsche Zeitung) das Leben des Schriftstellers.
Peter Walther wurde 1965 in Berlin geboren, studierte Germanistik und Kunsterziehung in Greifswald, Berlin und Essen und promovierte 1995 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat Bücher über Peter Huchel, Günter Eich, Thomas Mann, Goethe und Publikationen zur Fotografiegeschichte herausgegeben. Peter Walther arbeitet im Brandenburgischen Literaturbüro.

Sonntag
05.
März 2017
11.00 Uhr

Jüregen Israel

Matinee in der Villa Quandt
Buchpremiere. Jürgen Israel „Katzendorfer Tagebuch“.

Lesung und Gespräch.
Moderation: Dr. Peter Walther

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 - 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

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Sich ein Jahr in Cata, Katzendorf, im siebenbürgischen Rumänien als „Dorfschreiber“ niederzulassen, verlangt Neugier, Ausdauer, Abenteuerlust sowie Liebe zu Menschen und Tieren. Der Berliner Autor Jürgen Israel war nicht selten mit den Schafen und Schäfern des Dorfes von Sonnenaufgang bis zum Abend in der hügeligen Landschaft unterwegs. Er erlebte die brütende Sommerhitze und die Schnee- und Eiseskälte des rumänischen Winters. Er saß auf dem Bock der Pferdewagen, mit denen Holz geholt wurde und freundete sich mit Zigeunern an (so lassen sich die Roma dort nennen). Jürgen Israel lebte im Schatten der vor 800 Jahren gegründeten Katzenburger Kirchenburg und wohnte im alten Pfarrhaus, in dem Frieder Schuller, der Initiator des Dorfschreiberpreises, geboren wurde. Über seine Beobachtungen, Begegnungen und Empfindungen schrieb Jürgen Israel ein literarisches Tagebuch.

Jürgen Israel, 1944 in Hörnitz (Oberlausitz), ist ein deutscher Lektor, Publizist und Autor. Die Veröffentlichungen von Jürgen Israel umfassen Prosa, Gedichte, Essays und Arbeiten unter anderem zu Anna Seghers, Marie Luise Kaschnitz, Ilse Langner, Heinrich Alexander Stoll und Albrecht Goes.Nach einem Volontariat von 1963 bis 1965 beim Gustav Kiepenheuer Verlag Weimar studierte Israel 1965–1970 Altertumswissenschaften und Germanistik an der Universität Jena; 1970 bis 1972 wurde er wegen Wehrdienstverweigerung inhaftiert und anschließend mit Berufsverbot belegt. Von einer Anstellung 1973 beim St. Benno-Verlag Leipzig wechselte er nach der Geburt seiner drei Kinder in die freiberuflich Arbeit als Lektor, Publizist und Autor, die er seitdem mit Unterbrechungen ausführt.

Aufenthaltsstipendien führten Israel 1999 in das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, 2001 als Stadtschreiber nach Rheinsberg und 2013-2014 als Dorfschreiber nach Cata, Katzendorf (Rumänien). Veröffentlichungen (u.a.): Im Urteil der Dichter. Literaturbetrachtungen von Opitz bis Lessing. 1987 Rostock, Vom Wertmaß der Poesie. Literaturbetrachtungen von Goethe bis Fontane. 1987 Rostock, Novembersonne. Prosa und Lyrik. 1988 Leipzig, Musen und Grazien in der Mark. 750 Jahre Literatur in Brandenburg. Ein Lesebuch. 2002 Berlin, Freundschaft. Gedichte. 2003 Leipzig, Großeltern. Prosa. 2008 Leipzig, Vermittler und Versöhner. Albrecht Goes, die DDR und das Judentum. 2010.

Sonntag
19.
März 2017
11.00 Uhr

Helga Schütz
(c) Christian Werner

Matinee in der Villa Quandt
Buchpremiere: Helga Schütz "Die Kirschendiebin. Eine Erzählung"

Lesung und Gespräch.
Moderation: Katarzyna Zorn

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 - 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

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»Diese magische Erinnerin erzählt Weltgeschichte, wie sie der Einzelne erfährt.« Christoph Dieckmann, Die Zeit

Thomas Falkenhain ist in dem Alter, in dem man aufräumt und sich erinnert, selbst wenn man sich nicht erinnern will. Zum Beispiel an eine heimliche Studentenliebe in den 60ern, die abrupt endete, als Mela, seine »Kirschendiebin«, mit Mann und Sohn in den Westen fliehen musste. Erst aus den Stasi-Akten weiß er, dass sie ihm später Briefe geschrieben hat.
Unerwartet erhält er ein Stipendium für eine römische Künstlervilla. Kaum dort eingetroffen, ertappt er eine Frau im Park, die eine Orange pflückt und sogleich isst: Mela. Als wären nicht Jahrzehnte vergangen, beginnt die Liebe von neuem. Es ist schön, schwach zu sein und bejahrt. Nur Mela müsste ihm endlich auch von Angst und Ohnmacht erzählen.

Helga Schütz wurde 1937 in Falkenhain/Schlesien geboren. 1944 übersiedelte sie nach Dresden. Sie erlernte den Beruf der Gärtnerin, anschließend studierte sie an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg und schloß als Diplom-Dramaturgin ab. Sie schrieb Drehbücher und Szenarien für Spiel- und Dokumentarfilme. Seit 1962 ist sie freie Autorin, 1993 erhielt sie eine Professur für Drehbuchschreiben an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam. Unter anderem gewann sie den Stadtschreiber-Literaturpreis des ZDF und der Stadt Mainz und den Brandenburgischen Literaturpreis. Helga Schütz lebt in Potsdam. Zuletzt erschienen die Romane Grenze zum gestrigen Tag (2000), Knietief im Paradies (2005) und Sepia (2012).

Dienstag
28.
März 2017
19.30 Uhr

Peter Walther
(c) Steffen Mühle

Peter Walther
"Hans Fallada. Die Biographie"

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Cottbus | LERN ZENTRUM Cottbus | Stadt- und Regionalbibliothek | Berliner Straße 13/14

Karten unter:
0355 / 3806015

Eintritt: 8 / 6 €

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Als 1932 mit "Kleiner Mann - was nun?" Falladas erster Welterfolg erscheint, liegt schon ein bewegtes Leben hinter ihm: Psychiatrieaufenthalt wegen Tötung eines Freundes in einem Scheinduell, Morphiumkonsum und Beschaffungskriminalität, Gefängnisaufenthalte, Arbeit als Annoncenjäger und Lokaljournalist. Seit seiner Pubertät ist das Schreiben für Fallada (1893-1947) ein Lebensantrieb. Erst die Ehe mit Suse jedoch gibt ihm den Rückhalt für seine ungeheure schriftstellerische Produktivität. Falladas Leben ist zugleich die Geschichte seiner lebenslangen Abhängigkeit von Alkohol, Schlaftabletten, Morphium und unseliger Kompromisse: "Der Junge kann was", lobt Goebbels. Im Auftrag des Propagandaministeriums schreibt der Bestseller-Autor der Weimarer Republik 1944 einen "nicht antisemitischen antisemitischen Roman". Nur wenig später entsteht auf Anregung von Johannes R. Becher das Buch über den Widerstand gegen das Nazi-Regime, das Jahrzehnte nach dem Tod des Schriftstellers zum zweiten Welterfolg wird. Peter Walther schildert "unfassbar material- und detailreich"(Süddeutsche Zeitung) das Leben des Schriftstellers.

Peter Walther wurde 1965 in Berlin geboren, studierte Germanistik und Kunsterziehung in Greifswald, Berlin und Essen und promovierte 1995 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat Bücher über Peter Huchel, Günter Eich, Thomas Mann, Goethe und Publikationen zur Fotografiegeschichte herausgegeben. Peter Walther arbeitet im Brandenburgischen Literaturbüro.

Mittwoch
29.
März 2017
20.00 Uhr

John von Düffel
(c) Katja von Düffel

Buchpremiere: John von Düffel „Klassenbuch“.

Lesung und Gespräch.
Moderation: Hendrik Röder.

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 - 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

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Sie sind frisch in der Oberstufe, haben Deutsch bei Frau Höppner und eine Grille im Klassenraum: So beginnt der Weg von neun sehr unterschiedlichen Schülerinnen und Schülern, die nach den Sommerferien in ein System zurückkehren, aus dem sie in absehbarer Zeit herausfallen werden. Es sind halbe Kinder und frühreife Erwachsene, Spinner und Computernerds, Schulschwänzer und Hochbegabte, Suizidgefährdete und Magersüchtige, Selbstdarsteller und Verschwindende an der Schnittstelle zwischen analoger und digitaler Welt. Was als ein Kranz aus isolierten Perspektiven beginnt, entwickelt sich bald zu einem fein verästelten Gesamtgebilde. Von Düffel führt ganz behutsam vor, wie sie die Perspektiven immer stärker vernetzen und interagieren. Auf diese Weise entsteht das kaleidoskopische Bild einer Schulklasse und ihrer Auflösung – voller Witz, Gefühl, Freude aber auch tiefer Not unter den neun Dropouts. Und im Zentrum steht eine Person, auf die sich alles irgendwie bezieht, ohne dass sie selbst zu Wort käme: ihre Lehrerin.

JOHN VON DÜFFEL wurde 1966 in Göttingen geboren, er arbeitet als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Er veröffentlichte zahlreiche Romane und Erzählungsbände bei DuMont, zuletzt: ›Wassererzählungen‹ (2014) und ›KL‹ (2015)

Dienstag
04.
April 2017
19.00 Uhr

Christine Heinicke
(c) Cassandra Klos

Christine Heinicke
"Leben auf dem Mars"

Vortrag

Rathenow | Havelrestaurant Schwedendamm | Schwedendamm 7

Karten unter:
03385 / 510232
oder: info@buchhandlung-tieke.de

Eintritt: 7 €

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Es gibt Leben auf dem Mars! Im Auftrag der NASA leben sechs Wissenschaftler ein Jahr lang in einem Habitat mit elf Metern Durchmesser mitten auf einem Vulkan auf Hawaii. Dort, in der HI-SEAS-Station, sollen sie einen bemannten Flug zum roten Planeten simulieren. Kontakt zur Außenwelt haben sie nur per E-Mail, wenn sie ihre Unterkunft verlassen, tragen sie Raumanzüge. Die Physikerin Christiane Heinicke ist die einzige deutsche Teilnehmerin an diesem Forschungs-Projekt. Sie gibt einen einmaligen Einblick in die Mars-WG und berichtet unter anderem vom nicht ganz spannungsfreien Zusammenleben des internationalen Teams auf engstem Raum, von Versorgungs-Engpässen und vom Dusch-Rekord, der bei 30 Sekunden liegt. Ein spannender Erfahrungs-Bericht über ein außergewöhnliches Experiment, das weichenstellend sein kann für die Zukunft der Raumfahrt.

Donnerstag
06.
April 2017
20.00 Uhr

Ulrich Schacht
(c) Christian Werner

Ulrich Schacht „Notre Dame“.

Lesung und Gespräch.
Moderation: Dr. Peter Walther

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46

Karten unter:
0331 - 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

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Paris, Ende 1991. Der deutsche Journalist Torben Berg ist in die französische Hauptstadt geflogen, um fern von seiner Familie den Silvesterabend zu verbringen. Zwar weiß seine zwölfjährige Tochter von der Reise, nicht aber seine Frau: Ihre Ehe ist gescheitert. Der Ort ist nicht zufällig gewählt. Genau hier widerfuhr Berg anderthalb Jahre zuvor das größte Liebesglück und größte Liebesleid. Damals begleitete ihn die junge Studentin Henrike Stein aus Leipzig, die Berg nach einem Konzert Wolf Biermanns Ende 1989 kennengelernt hatte. Es begann eine gewaltige, eine erotische Liebe, die sich gleichwohl immer mehr verdunkelte und deren Schatten bis nach Paris ins Jahr 1991 reichen. Hier muss Torben Berg einen neuen Horizont finden, der sich endlich wieder aufzuhellen beginnt.

„Ulrich Schacht gelingt das Kunststück, die Turbulenzen und Kapriolen des Nachwendejahres 1990 in einer radikalen, zärtlichen Liebesgeschichte zu erzählen. Zugleich entsteht ein ‚Seelendokument’, wie es Torben Berg, Held dieser Geschichte, nennen würde – ehrlich und unverstellt. Habt keine Angst vor dem Glück (und kämpft darum), liebe Leser, das ist es, was uns dieser Roman in jeder seiner Zeilen zuruft.“ Lutz Seiler.
Ulrich Schacht wurde 1951 im Frauengefängnis Hoheneck geboren und wuchs in Wismar auf. 1973 in der DDR wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt, wurde er 1976 in die Bundesrepublik entlassen. Dort arbeitete er als Feuilletonredakteur und Chefreporter Kultur für Die Welt und Welt am Sonntag. Schacht erhielt verschiedene Preise, Auszeichnungen und Literaturstipendien, u. a. den Theodor-Wolff-Preis für herausragenden Journalismus. Er gilt als ein streitbarer Publizist, der sich nicht Konventionen, sondern einer humanistischen Tradition verpflichtet fühlt. Seit 1998 lebt Ulrich Schacht als freier Autor in Schweden. Zuletzt bei Aufbau: „Vereister Sommer“ (2011) und „Grimsey“ (2015).
Sein Leben lang hat Torben Berg den Fall der Mauer herbeigesehnt, dafür gekämpft. Doch als es endlich soweit ist, wird er von einer zerstörerischen Leidenschaft überwältigt. Ein großer Roman von Faustscher Art, in dem sich die große Geschichte mit dem Liebesschicksal eines einzelnen Mannes verwebt.

Dienstag
09.
Mai 2017
20.00 Uhr

Dirk Stermann
(c) Daniel K. Gebhart / www.fotax.at | Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5

Dirk Stermann "Der Junge bekommt das Gute zuletzt"

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 10 / 8 €

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Dirk Stermann hat den traurigsten Roman der Welt geschrieben: Sein Held ist noch nicht vierzehn und schon ganz allein. Claude ist anders als andere Dreizehnjährige; da muss man gar nicht erst seine Faszination für die Geschichte der Todesstrafe in Wien erwähnen. Sein Vater lehrt Posaune am Konservatorium, die Mutter ist Ethnologin aus Leidenschaft, und das geht so weit, bis eines Tages ein echter Indio in die Wohnung zieht. Eilig wird eine Mauer hochgezogen: Auf der einen Seite wohnt die Mutter mit Claudes Bruder und dem neuem Liebhaber, auf der anderen Claude und sein Vater. Der hat aber schnell auch eine Neue (Flötistin, Veganerin, Deutsche). Bald sind beide Parteien ausgezogen, Claude bleibt allein zurück, warum auch nicht? Überhaupt soll er weniger rumjammern, findet seine dicke Großmutter, und mehr an andere denken.

Dirk Stermann, geboren 1965 in Duisburg, lebt seit 1987 in Wien. Er zählt zu den populärsten Kabarettisten und Radiomoderatoren Österreichs und ist auch in Deutschland durch Fernseh- und Radioshows sowie durch Bühnenauftritte und Kinofilme weit bekannt.

Dienstag
09.
Mai 2017
19.30 Uhr

Olga Grjasnowa
(c) René Fietzek

Lausitzer LesART
Olga Grjasnow "Gott ist nicht schüchtern"

Lesung

Cottbus | LERN ZENTRUM Cottbus | Stadt- und Regionalbibliothek | Berliner Straße 13/14

Karten unter:
0355 / 3806015

Eintritt: 10 / 8 €

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Amal und Hammoudi sind jung, schön und privilegiert, und sie glauben an die Revolution in ihrem Land. Doch plötzlich verlieren sie alles und müssen ums Überleben kämpfen. Sie fliehen. In Berlin werden sich Amal und Hammoudi wiederbegegnen: zwei Menschen, die alles verloren haben und nun von vorn anfangen müssen. Ein erschütterndes, direktes Buch.
Olga Grjasnowa, geboren 1984 in Baku, Aserbaidschan. Längere Auslandsaufenthalte in Polen, Russland, Israel und der Türkei. Für ihren vielbeachteten Debütroman 2Der Russe ist einer, der Birken liebt2 wurde sie mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und dem Anna Seghers-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien 2014 "Die juristische Unschärfe einer Ehe". Beide Romane wurden für die Bühne dramatisiert. Olga Grjasnowa lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Sonntag
14.
Mai 2017
13.00 Uhr
 

Hans Pleschinski “Nie war es herrlicher zu leben. Das geheime Tagebuch des Herzogs von Croÿ 1718-1784”

Nennhausen | Schloß Nennhausen | Fouqué-Platz 4

Karten unter:
0331-2804103
oder: benitavonstechow@gmx.de

Eintritt: 10 / 8 €

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Herzog Emanuel von Croÿ (1718 – 1784) stammte aus einer altadligen Familie französisch-deutschen Ursprungs. Er war Landbesitzer, ranghoher Militär, Beobachter und profunder Chronist seiner Zeit. Sein Faible gilt der Literatur, Architektur sowie dem Theater. Er war nicht nur ein produktiver Autor von Essays und Pamphleten, sondern auch ein besessener Tagebuchschreiber, von dem tausende Seiten seines Journals seit 1740 überliefert sind.
Hans Pleschinski hat das Tagebuchkonvolut in Frankreich entdeckt und zum ersten Mal in einer Auswahl für das deutsche Publikum übersetzt und herausgegeben. Croÿs Schilderungen sind eine farbige, streckenweise einzigartige Fundgrube, was das politische und gesellschaftliche, private und höfische Leben im 18. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland bis zur Französischen Revolution anbelangt. Seine Begegnungen mit Voltaire und Benjamin Franklin, den Brüdern Montgolfier, die Porträts von Madame de Pompadour bis zu Marie Antoinette oder die Hinrichtung eines Attentäters sowie das Sterben Ludwigs XV. – all diese Miniaturen des Herzogs bilden ein unschätzbares und präzises Dokument einer untergegangenen Welt.

Hans Pleschinski, 1956 in Celle geboren, studierte Literatur- und Theaterwissenschaften und lebt als freier Autor in München. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, zuletzt „Königsallee“ (2013) und „Ich war glücklich, ob es regnete oder nicht: Else Sohn-Rethel – Lebenserinnerungen“ (2016), gab eine Auswahl aus dem Briefwechsel zwischen Voltaire und Friedrich dem Großen, die Briefe der Madame de Pompadour sowie Erzählungen von E.T.A. Hoffmann heraus.

Mittwoch
24.
Mai 2017
19.30 Uhr

Bruno Preisendörfer
(c) Amrei-Marie, Wikipedia

Lausitzer LesART
Bruno Preisendörfer "Als unser Deutsch erfunden wurde: Reise in die Lutherzeit"

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Cottbus | LERN ZENTRUM Cottbus | Stadt- und Regionalbibliothek | Berliner Straße 13/14

Karten unter:
0355 / 3806015

Eintritt: 8 / 6 €

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Martin Luther lag erst ein gutes Jahr in der Wittenberger Schlosskirche im Sarg, als im Frühling 1547 von den Türmen seiner alten Predigtkirche, der Stadtkirche St. Marien, die Aufbauten von den Türmen genommen wurden. Auf die freigemachten Plattformen sollten Kanonen gehievt werden, mit denen man die Landsknechte Karls V. vom Sturm auf die Stadt abhalten wollte. Letztendlich wurde die Stadt friedlich übergeben; Wittenberg wurde nicht geplündert. Luthers Leichnam wurde nicht aus dem Grab geholt und verbrannt, um noch posthum die Reichsacht an ihm zu vollstrecken - obwohl es Stimmen gab, die dies forderten. Die Türme bekamen neue Spitzhelme - und erst ein halbes Jahrtausend später (bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1910) fand man eine von Philipp Melanchthon handschriftlich verfasste Chronik der Zeit - einer Zeit, die bewegter, aber (für Deutschland) auch zukunftsformender kaum hätte sein können.
Bruno Preisendörfer schaut Luther und vielen seiner Zeitgenossen über die Schulter, wir erleben ihr öffentliches Wirken, aber auch ihren Alltag. Mit Götz von Berlichingen überfallen wir Nürnberger Kauf leute und werden selbst von Nürnbergern belagert. Wir sehen den Fuggern in ihrem Augsburger Kontor auf die Finger und machen uns mit den Welsern bei der Ausbeutung Venezuelas die Hände schmutzig. Albrecht Dürer lernen wir beim Malen kennen, Hans Sachs beim Versemachen und Luthers Frau Katharina bei der Haushaltsführung - bis wir mit ihr vor der Pest aus Wittenberg fliehen. Wir erleben, wie mühsam die Alltagsverrichtungen sind, vom Zubereiten der Mahlzeiten bis zum Beschaffen der Kleidung. Wir reihen uns in Landsknechte-Haufen ein, proben mit fränkischen und thüringischen Bauern den Aufstand, lauschen brav den Predigern und fürchten uns vor dem Jüngsten Gericht.
Bruno Preisendörfer ist freischaffender Publizist und Schriftsteller mit eigener Internetzeitschrift (www.fackelkopf.de). Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u. a. bei Galiani Berlin: Der waghalsige Reisende. Johann Gottfried Seume und das ungeschützte Leben (2012), Als Deutschland noch nicht Deutschland war. Reise in die Goethezeit (2015) und Als unser Deutsch erfunden wurde. Reise in die Lutherzeit (2016).

Donnerstag
29.
Juni 2017
20.00 Uhr
 

Hans-Joachim Maaz
Das falsche Leben. Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft

Vortrag & Gespräch
Moderation Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Eintritt: 10 / 8 €

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Ein Normopath ist stets normal und angepasst, sein Verhalten überkorrekt und überkonform. Die Zwanghaftigkeit, mit der er den Erwartungen entspricht, verrät indes, dass er ein falsches, ein unechtes Leben führt. Krank ist nicht nur er, sondern vor allem die Gesellschaft, in der er lebt und deren Anpassungsdruck er sich unterwirft - bis er die Gelegenheit gekommen sieht, seine aufgestaute Wut an noch Schwächeren oder am "System" abzureagieren.
Der Hallenser Psychoanalytiker und Psychiater Hans-Joachim Maaz ist bekannt für seine brillanten, zukunftsweisenden Analysen kollektiver Befindlichkeiten und gesellschaftlicher Zustände - vom Gefühlsstau, einem Psychogramm der DDR, bis zur narzisstischen Gesellschaft, einer Psycho-Analyse unserer Promi- und Leistungsgesellschaft. In seinem neuen Buch nimmt er Phänomene wie Pegida und AfD, den zunehmenden Hass auf Ausländer, aber auch die Selbstgerechtigkeit der politischen Elite zum Anlass, ein konturenscharfes Bild unseres falschen Lebens zu zeichnen, in dem wir uns lange eingerichtet haben und aus dem uns nun die zunehmende Polarisierung und Barbarisierung unserer sozialen und politischen Verhältnisse herausreißt. Das falsche Leben ist das Buch zur Stunde - Augen öffnend und alles andere als Mainstream.

Mittwoch
05.
Juli 2017
20.00 Uhr

Hanns-Josef Ortheil
(c) Hans Weingartz, Wikipedia

lit:potsdam no. 5
"Wie ich arbeite" Vortrag, Diashow & Werkstattgespräch

Hanns-Josef Ortheil

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Eintritt: 14,95 €

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Hanns-Josef Ortheil ist der diesjährige Writer in Residence des 5. Literaturfestivals lit:potsdam, welches vom 6. bis 9. Juli 2017 in Potsdam und Umgebung stattfindet. An diesem Abend gewährt der Autor dem Publikum einen exklusiven Einblick in seine "Werkstatt", er zeigt Fotos, Typoskripte und Sammelstücke, die für Leben und Arbeit prägend waren.
Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, darunter dem Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und zuletzt dem Stefan-Andres-Preis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Mittwoch
15.
November 2017
19.30 Uhr

Christian Eisert
(c) Reto Klar

Christian Eisert stellt sein Buch „Kim und Struppi - Ein unmöglicher Urlaub oder: Tanzen mit Atomraketen“ in Wort & Bild vor.

Zossen | Stadtbibliothek Zossen | Kirchplatz 2

Karten unter:
03377 / 3040-477

Eintritt: 6 / 4 €

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Wie viele Touristen jährlich Nordkorea besuchen, lässt sich exakt sagen: wenige. Dabei hält so ein Urlaub im Reich von Kim Jong Un viele Überraschungen bereit: Autobahnen ohne Autos, Hotels, in denen der fünfte Stock fehlt, und ein Tänzchen an der gefährlichsten Grenze der Welt – zu den Klängen von "Tränen lügen nicht". Zusammen mit der kratzbürstigen Fotoreporterin Thanh Hoang ist Christian Eisert sechs Tage und 1.500 Kilometer durch die Demokratische Volksrepublik gereist. Mit gefälschten Biographien. Unter ständiger Beobachtung des Geheimdienstes. Und immer auf der Suche nach Kim Il Sungs legendärer regenbogenfarbener Wasserrutsche. Das Ergebnis ist einfach irre – und sehr komisch.

CHRISTIAN EISERT, geboren 1976 in Ostberlin, ist TV-Autor, Satiriker und Comedy-Coach. Er schreibt Gags, Sketche und Drehbücher u. a. für Harald Schmidt und die Fernsehshows Alfons und Gäste und Grünwald Freitagscomedy. Erste Erfahrungen mit Nordkorea sammelte er im Jahr 1988, als er an seiner Schule zu Ehren einer Gästedelegation aus Pjöngjang Arbeiterkampflieder sang.