Veranstaltungen

Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

Mittwoch
27.
September 2017
20.00 Uhr

Leonhard Cujé
und Ulrich Gerhardt
(c) privat

Hörspielpremiere „Mein Freund Lennie oder die Reise“
von und mit Ulrich Gerhardt

Moderation Hendrik Röder, anschließend Empfang

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 8 / 6 €

RESERVIEREN

Juni 1945. Die Freundschaft zweier Internatsschüler, elf und zwölf Jahre alt, gipfelt in einer zehntägigen Reise durch das chaotische Nachkriegsdeutschland auf dem Weg nach Hause von der Donau an den Main, der eine nach Frankfurt, der andere in die Nähe von Würzburg. Sie sahen sich nie wieder. Die kleine Heldentat blieb unvergessen. Fast ein Leben später fragen Kinder, Freunde und Bekannte immer wieder danach, wollen die Geschichte immer wieder hören. Aber wo war der Freund geblieben? Lebte er noch? Damit beginnt das zweite Abenteuer – die Suche und das Wiederfinden, nach so vielen Jahren. Es ist die lange verborgen geblieben Geschichte des großen Hörspielregisseurs Ulrich Gerhardt und seines damaligen Schulfreundes Leonhard Cujé, der in den 60er Jahren als Solo-Vibraphonist in der New Yorcker Jazzszene Erfolge feierte.

Als Hörspielregisseur inszeniert Ulrich Gerhardt, geb. 1934, mit größtmöglicher Hingabe und ganz akribisch unterschiedliche Texte für aufmerksame Ohren. Mit ganzem Herzen hängt er sich in eine Produktion, die exzessive Arbeit mit den Schauspielern eingeschlossen. Er liebt die "Grenzenlosigkeit" des Studios, aber genauso begeistert sucht er sein Material in der Welt und baut Zufallsfunde in seine Stücke mit ein. Gelernt hat er sein Handwerk von der Pike auf, beginnend in den 1960er-Jahren, als er als Hausregisseur im Berliner RIAS für ganz unterschiedliche Abteilungen tätig war. Bekannt ist er
nicht zuletzt für seine Arbeit mit dem „Kunstkopf“ und für sein Engagement, ein Radioprogramm für mündige Hörer zu produzieren.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk, Deutschlandfunk und RBB.

Mittwoch
04.
Oktober 2017
20.00 Uhr

Stefan Aust

Tafelrunde Sanssouci
„Die Getriebenen – Über Macht und Ohnmacht der Politik“

Robin Alexander, Stefan Aust und Martina Fietz im Gespräch mit Ingo Kahle

Potsdam | Neue Kammern Sanssouci

nur auf Einladung

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 10 €

Die Grenzöffnung für Flüchtlinge im Herbst 2015 hat das Land gespalten - die einen preisen Angela Merkels moralische Haltung, die andern geißeln die Preisgabe von Souveränität. Doch was als planvolles Handeln erscheint, so Alexander, ist in Wahrheit eine Politik des Durchwurstelns, des Taktierens und Lavierens, befeuert von hehren Idealen und Opportunismus. Der Autor zeigt, dass die politischen Akteure Getriebene sind, zerrieben zwischen selbst auferlegten Zwängen und den sich überschlagenden Ereignissen.

Alexander blickt als Korrespondent der »Welt am Sonntag« seit Jahren hinter die Kulissen des Kanzleramtes - in seinem Buch, das auf Recherchen in Berlin, Brüssel, Wien, Budapest und der Türkei basiert, rekonstruiert er minutiös die Schlüsselentscheidungen von sechs Schicksalsmonaten der jüngeren deutschen Geschichte.
Darüber hinaus soll im Gespräch mit dem Welt-Herausgeber Stefan Aust ein Bogen zu den dramatischen Szenen der RAF-Zeit geschlagen werden. Wie fügen sich politisches Mandat und Charakterstärke bei Ausnahmesituationen in die Entscheidungsfindung ein? Welche Spielräume hat gegenwärtige Politik überhaupt, wenn die Globalisierung ihr Werk ohne Rücksicht auf nationale Empfindlichkeiten fortsetzt? Und wie verändert sich die Gesellschaft, wenn sie auf die Probe gestellt wird?

Robin Alexander, geboren 1975, hat sich als politischer Berichterstatter, Reporter und Kolumnist im politischen Berlin einen Namen gemacht. Er war Redakteur bei der taz und Reporter bei „Vanity Fair“, bevor er 2008 zur Welt-Gruppe wechselte. 2013 wurde er mit dem renommierten Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. Er ist regelmäßig im ARD-Presseclub und im ZDF-Morgenmagazin zu Gast und war im Bundestagswahlkampf 2013 Experte und Co-Moderator von Stefan Raab in der Wahlsendung „Absolute Mehrheit“ auf Pro7. 2007 erschien "Familie für Einsteiger" (Rowohlt Berlin). Robin Alexander lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Berlin.

Stefan Aust, geboren 1946, ist Herausgeber der Welt und der Welt am Sonntag und geschäftsführender Gesellschafter der Agenda Media GmbH. Von 2010 bis 2013 war er Gesellschafter und Geschäftsführer des Nachrichtensenders N24. Zuvor war er lange Jahre Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel sowie Gründer und Geschäftsführer von Spiegel TV. Er schrieb zahlreiche Bücher, darunter der internationale Bestseller «Der Baader Meinhof Komplex», «Heimatschutz» (2014, mit Dirk Laabs), «Hitlers Menschenhändler. Das Schicksal der Austauschjuden» (2013, mit Thomas Ammann) und «Digitale Diktatur» (2014, mit Thomas Ammann).

Martina Fietz ist Chefkorrespondentin von FOCUS Online. Im Politikbetrieb ist sie bereits seit 1991 unterwegs, beobachtete schon in Bonn für "Die Welt" die Arbeit von Kanzlern, Ministern, Ministerialen und Abgeordneten. Mit dem Regierungsumzug wechselte die studierte Historikerin 1999 vom Rhein an die Spree. Nach zwei Jahren als Chefkorrespondentin der "Welt am Sonntag" gehörte Fietz 2004 zum Gründungsteam von "Cicero" und arbeitete für das Monatsmagazin bis zu ihrem Wechsel in den Online-Journalismus.

In Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung/ Politisches Bildungsforum Brandenburg, unterstützt durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Restaurant Mövenpick und Druckerei Rüss."

Sonntag
08.
Oktober 2017
20.00 Uhr

Florian Lukas

Florian Lukas liest „Russengold“ von Richard Grosse

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

RESERVIEREN

Berlin / Moskau, 1977: Kurz vor ihrem Abschluss an der Lomonossow Universität fei-ern Rainer und Ullrich mit ihren Kommilitonen Boris, Wolodja und Lena ausgelassen auf der Datsche von Wolodjas Eltern. Am nächsten Morgen ist Boris verschwunden. Er wird erst einige Tage später unter einer Schneedecke nahe der Datsche aufgefunden – tot. Da DDR-Bürger in den Vorfall verwickelt sind, fährt Kommissar Bircher nach Moskau. Doch er und sein sowjetischer Kollege müssen den Fall ungelöst ad acta legen. Zurück in Berlin, trifft Bircher erneut auf Rainer und Ullrich. Anscheinend verdienen sie sich durch unerlaubten Verkauf von Eheringen aus der UdSSR, sogenanntem Russengold, ein ansehnliches Zubrot. Dann stürzt Jakob Schukin von der Warschauer Brücke. Ein Zufall, dass auch er in Moskau studiert hat? Als Wolodja, der für ein Forschungsprojekt in Berlin weilt, ebenfalls umkommt, wird es für Bircher höchste Zeit zu handeln … Zu einer Zeit, als Berlin noch die Hauptstadt der DDR war, entfaltet sich zwischen Ostbahnhof, Alexanderplatz und Weidendammer Brücke ein mitreißendes Szenario, das den Leser in Atem hält.
Richard Grosse, 1944 in London geboren, wohnte viele Jahre im bekannten Hochhaus am Strausberger Platz. Er studierte Chemie und wurde 1983 zum Professor für Biochemie an der Akademie der Wissenschaften der DDR berufen. Nach Jahren in der Grundlagenforschung gründete er 1994 ein humangenetisches Labor in Berlin, das er bis heute leitet.
Florian Lukas wuchs in Berlin auf. 1990 drehte er seinen ersten Film „Banale Tage“ (Regie: Peter Welz). Es folgten zahlreiche Rollen in Fernseh- und Kinofilmen. Ein Schauspielstudium an der HFF Potsdam-Babelsberg brach er 1994 ab.
Einem größeren Kinopublikum wurde er mit dem Kinoerfolg „Der Eisbär“ (Til Schweiger) bekannt. Für seine Darstellungen in „St. Pauli Nacht“ (1998, Sönke Wortmann) und „Absolute Giganten“ (1998, Sebastian Schipper) erhielt Florian Lukas den Bayerischen Filmpreis als Bester Nachwuchsdarsteller. Für seine Rolle des Denis im internationalen Publikumshit „Good Bye, Lenin!“ (2003, Wolfgang Becker) erhielt er 2003 den Deutschen Filmpreis als Bester Nebendarsteller sowie einen Bambi. Es folgten weitere Auftritte in zahlreichen Kinofilmen. 2010 übernahm er eine Hauptrolle in der achtzehnteiligen Fernsehserie „Weissensee“.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Literaturladen Wist

Montag
09.
Oktober 2017
17.00 Uhr

Ausstellungseröffnung "Geschichte des Handwerks in Brandenburg. Fotografie von 1890 bis 2000"

Einführung Peter Walther

Senftenberg | Rathaus | Markt 1

Handwerk prägt bis heute den Alltag der Menschen in der Region. Doch in keiner anderen Zeit haben sich die sozialen Umstände und die technischen Grundlagen handwerklicher Produktion so rasant verändert wie im vergangenen Jahrhundert. Das Brandenburgische Literaturbüro hat seit 2015 Fotos und Erinnerungen zur Geschichte des Handwerks in Brandenburg zusammengetragen. Aus Hunderten von Einsendungen aus dem ganzen Land Brandenburg wurden fünfzig Motive ausgewählt, die ein Bild von der Entwicklung der verschiedenen Gewerke im Zeitraum von mehr als einem Jahrhundert vermitteln. Die Fotografien dokumentieren die Praxis und den Alltag handwerklicher Produktion in Brandenburg an der Schwelle zur modernen Industriekultur.
Zur Ausstellung ist einer Broschüre mit allen präsentierten Fotografien sowie einem Essay des Schriftstellers Martin Ahrends erschienen, die in der Ausstellung erworben werden kann (5 €).

Eine Veranstaltung der Stadt Senftenberg und des Brandenburgischen Literaturbüros

Mittwoch
11.
Oktober 2017
19.30 Uhr

Sven Stricker
(c) Hanna Lippmann

Sven Stricker liest "Mensch, Rüdiger!"

Rathenow | Bibliothek | Schleusenplatz 4

Karten unter:
03385-512683

Eintritt: 7 / 5 €

RESERVIEREN

Eine bittersüße Komödie über den Sinn des Lebens
Rüdiger ist Lehrer, verheiratet, Cordhose, 2 Kinder. Für den Rest der Welt ist er nahezu unsichtbar. An seinem 40. Geburtstag, mitten im Unterricht, merkt er, dass er sein bisheriges Leben nicht mehr erträgt. Er steht auf und geht.
Tom hatte vor Jahren einen Bestseller. Danach: Schreibblockade, Lebensblockade. Jetzt sitzt er im Supermarkt an der Kasse, von Ohnmachtsanfällen heimgesucht, und hilft biologisch verteuerter Landwurst übers Laufband. Bis es auch ihm reicht.
Rüdiger und Tom treffen sich auf einer Talbrücke. Beide wollen die Welt hinter sich lassen. Am Ende aber beschließen sie: Fünf Tage lang werden sie testen, ob das Leben nicht vielleicht doch noch lebenswert ist.

Sven Stricker wurde 1970 geboren und wuchs in Mülheim an der Ruhr auf. Er studierte Komparatistik, Anglistik und Neuere Geschichte. Seit 2001 arbeitet er als freier Wortregisseur, Bearbeiter und Autor und gewann in dieser Funktion mehrmals den Deutschen Hörbuchpreis, zuletzt 2009 für seine Hörspielbearbeitung und Regie des Romans «Herr Lehmann» von Sven Regener. «Schlecht Aufgelegt» ist sein erster Roman. Er lebt in Potsdam und hat eine Tochter.

Samstag
14.
Oktober 2017
19.30 Uhr

Steffen Schroeder
(c) Anne Heinlein

Steffen Schroeder
"Was alles in einem Menschen sein kann: Begegnung mit einem Mörder"

Lesung & Gespräch
Moderation Hendrik Röder

Zossen | Galerie-Café Zossen | Kirchplatz 7

Karten unter:
03377 / 3040477

Eintritt: 10 / 8 €

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2013 stehen sich Steffen Schroeder und Micha im Gefängnis Berlin-Tegel zum ersten Mal gegenüber. Ein Gespräch über ihre schwierige Jugend bringt sie einander näher, bei allen Unterschieden: Schroeder wurde Schauspieler, Micha rutschte ins rechte Milieu ab, brachte einen Menschen um. Es beginnt eine besondere Beziehung: Schroeder, bekannt als Kommissar Kowalski in «SOKO Leipzig», wird Vollzugshelfer des lebenslänglich Verurteilten. Er lernt den Gefängnisalltag kennen, erfährt von Rangordnungen, Drogen, Ausbruchsversuchen; über die Jahre dringt er tief in Michas Geschichte ein, erfährt immer wieder Neues, Überraschendes. Für Micha wird er wichtiger und wichtiger, er begleitet ihn bei Freigängen, ist ihm Auge und Ohr für die Welt. Bald sieht Schroeder sich selbst und sein Leben in neuem Licht: Was unterscheidet ihn eigentlich von Micha? Und welche Entscheidungen und Wendepunkte führen überhaupt dazu, dass ein Leben gelingt oder scheitert?
Steffen Schroeder schreibt mit viel Gespür für das Menschliche über eine außergewöhnliche Begegnung und stellt dabei existenzielle Fragen nach Schuld, Schicksal und der Verantwortung dem eigenen Leben gegenüber. Der Fernsehkommissar und der Mörder - ein starkes, glänzend erzähltes Buch.

Steffen Schroeder wurde 1974 in München geboren. Nach seiner Schauspielausbildung war er zunächst Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater, dann beim Berliner Ensemble. Er wirkte in Fernsehserien wie «Der Kriminalist», «Bella Block» und «Tatort» sowie in Kinofilmen wie «Der Rote Baron» oder «Keinohrhasen» mit. In der erfolgreichen ZDF-Serie «SOKO Leipzig» spielt er seit 2012 den Polizeioberkommissar Tom Kowalski. Steffen Schroeder lebt mit seiner Familie in Potsdam.

Mittwoch
18.
Oktober 2017
19.00 Uhr

Peter Walther
(c) Steffen Mühle

Peter Walther:
"Hans Fallada. Die Biographie"

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Heinrich von Kleist Schule | F.-Ebert-Str.17

Karten unter:
0331-289 67 30

RESERVIEREN

Als 1932 mit "Kleiner Mann - was nun?" Falladas erster Welterfolg erscheint, liegt schon ein bewegtes Leben hinter ihm: Psychiatrieaufenthalt wegen Tötung eines Freundes in einem Scheinduell, Morphiumkonsum und Beschaffungskriminalität, Gefängnisaufenthalte, Arbeit als Annoncenjäger und Lokaljournalist. Seit seiner Pubertät ist das Schreiben für Fallada (1893-1947) ein Lebensantrieb. Erst die Ehe mit Suse jedoch gibt ihm den Rückhalt für seine ungeheure schriftstellerische Produktivität. Falladas Leben ist zugleich die Geschichte seiner lebenslangen Abhängigkeit von Alkohol, Schlaftabletten, Morphium und unseliger Kompromisse: "Der Junge kann was", lobt Goebbels. Im Auftrag des Propagandaministeriums schreibt der Bestseller-Autor der Weimarer Republik 1944 einen "nicht antisemitischen antisemitischen Roman". Nur wenig später entsteht auf Anregung von Johannes R. Becher das Buch über den Widerstand gegen das Nazi-Regime, das Jahrzehnte nach dem Tod des Schriftstellers zum zweiten Welterfolg wird. Peter Walther schildert "unfassbar material- und detailreich"(Süddeutsche Zeitung) das Leben des Schriftstellers.

Peter Walther wurde 1965 in Berlin geboren, studierte Germanistik und Kunsterziehung in Greifswald, Berlin und Essen und promovierte 1995 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat Bücher über Peter Huchel, Günter Eich, Thomas Mann, Goethe und Publikationen zur Fotografiegeschichte herausgegeben. Peter Walther arbeitet im Brandenburgischen Literaturbüro.

Donnerstag
19.
Oktober 2017
20.00 Uhr

Natascha Wodin
(c) Susanne Schleyer

Natascha Wodin "Sie kam aus Mariupol"

Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 - 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

„Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe“ – Natascha Wodins Mutter sagte diesen Satz immer wieder und nahm doch, was sie meinte, mit ins Grab. Da war die Tochter zehn und wusste nicht viel mehr, als dass sie zu einer Art Menschenunrat gehörte, zu irgendeinem Kehricht, der vom Krieg übriggeblieben war. Wieso lebten sie in einem der Lager für „Displaced Persons“, woher kam die Mutter, und was hatte sie erlebt? Erst Jahrzehnte später öffnet sich die Blackbox ihrer Herkunft.
„Sie kam aus Mariupol“ ist das außergewöhnliche Buch einer Spurensuche. Natascha Wodin geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die aus der Hafenstadt Mariupol stammte und mit ihrem Mann 1943 als „Ostarbeiterin“ nach Deutschland verschleppt wurde. Sie erzählt beklemmend, ja bestürzend intensiv vom Anhängsel des Holocaust, einer Fußnote der Geschichte: der Zwangsarbeit im Dritten Reich. Ihre Mutter, die als junges Mädchen den Untergang ihrer Adelsfamilie im stalinistischen Terror miterlebte, bevor sie mit ungewissem Ziel ein deutsches Schiff bestieg, tritt wie durch ein spätes Wunder aus der Anonymität heraus, bekommt ein Gesicht, das unvergesslich ist. „Meine arme, kleine, verrückt gewordene Mutter“, kann Natascha Wodin nun zärtlich sagen, und auch für uns Leser wird begreifbar, was verlorenging.
Natascha Wodin, 1945 als Kind verschleppter sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern geboren, wuchs erst in deutschen DP-Lagern, dann, nach dem frühen Tod der Mutter, in einem katholischen Mädchenheim auf. Nachdem sie eine Sprachenschule absolvierte, übersetzte sie aus dem Russischen und lebte zeitweise in Moskau. Auf ihr Romandebüt „Die gläserne Stadt“, das 1983 erschien, folgten etliche Veröffentlichungen, darunter die Romane „Einmal lebt ich“, „Die Ehe“ und „Nachtgeschwister“. Ihr Werk wurde u. a. mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet, für „Sie kam aus Mariupol“ wurde ihr der Alfred-Döblin-Preis und der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen. Natascha Wodin lebt in Berlin und Mecklenburg.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Literaturladen Wist

Samstag
21.
Oktober 2017
16.00 Uhr

Ines Geipel
(c) Michael Zalewski

Ines Geipel liest "Tochter des Diktators"

Bad Freienwalde | Schloss Freienwalde | Teehäuschen Rathenaustraße

Karten unter:
0177 - 2069229
oder: info@freundeskreis-schlossfreienwalde.de

Eintritt: 8 / 4 €

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Als Ivano Matteoli, Sohn eines KP-Funktionärs, Anfang der sechziger Jahre sein toskanisches Heimatdorf gen Leningrad verlässt, lernt er dort Bea kennen - Beate Ulbricht, das »erste Staatskind der DDR« und Tochter von Walter Ulbricht. Das ist der Beginn einer Amour fou zwischen Ost und West, einer großen Liebe im politischen Geflecht zwischen Paris, Leningrad, Rom, Ost-Berlin und dem stockkatholischen Cigoli. Die Erzählerin Anni kennt Ivano von Kindesbeinen an. Auf den Dächern der alten Häuser ihres toskanischen Heimatdorfes haben sie beide zusammen gesessen und den Männern beim Bocciaspielen zugesehen. Auch, als es sie wegen des Studiums in unterschiedliche Himmelsrichtungen verschlägt, - sie nach Paris, ihn nach Leningrad - verfolgt Anni aus der Distanz Ivanos Liebe zu der deutschen Beate. Deren Eltern, Walter und Lotte Ulbricht, versuchen die Ehe der beiden zu verhindern. Das gelingt nicht, aber der Preis dafür ist hoch. Ines Geipel ist in ihrem ganz eigenen Ton ein raffinierter und kontrastreicher Roman darüber gelungen, wie das Autoritäre ins intimste Innere des Lebens eindringt.

Ines Geipel, geboren 1960, ist Schriftstellerin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Die ehemalige Weltklasse-Sprinterin floh 1989 nach ihrem Germanistik-Studium aus Jena nach Westdeutschland
und studierte in Darmstadt Philosophie und Soziologie. Bei Klett-Cotta erschien von ihr zuletzt das Sachbuch "Generation Mauer"

Mittwoch
25.
Oktober 2017
19.30 Uhr

Jörg Friedrich
(c) Scherhaufer

Lausitzer LesArt:
100 Jahre Russische Revolution
"Lenins Machtergreifung oder mußte das sein?"

Jörg Friedrich. Vortrag.

Cottbus | LERN ZENTRUM Cottbus | Stadt- und Regionalbibliothek | Berliner Straße 13/14

Karten unter:
0355 / 3806015

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Der Ruin Europas im 20. Jahrhundert begann mit der Niederlage zweier Demokratien; der eine Fall ist weltberühmt, der andere weniger. Weimar verlor in fünfzehneinhalb Jahren. Noch folgenschwerer aber rasend schnell zerstörte sich die russische Demokratie, die vor 100 Jahren, im Februar 1917 ans Ruder kam. Der Zar wurde gestürzt, die Parteien stellten die Regierung, Räte wurden gewählt und kontrollierten jeden Schritt, das ganze Land verwandelte sich in eine öffentliche Dauerversammlung. Der "Oktoberrevolution" genannte Staatsstreich begründete eine Parteidiktatur, vielerorts beliebt bis zum heutigen Tag.
Die Weltgeschichte wäre glücklicher verlaufen, hätte sich die russische Demokratie nach der Februarrevolution 1917 behaupten können. Kein Mensch rief da nach Gleichschaltung durch Führererlaß. Es kann aber sein, daß ein Freiheitssystem darin versagt, eine funktionierende Ordnung zu schaffen, daß es den Kopf verliert, frohgemut Katastrophenpolitik betreibt. Dann wird es davongejagt. Dies bewirkt aber nicht allein die Kunst der großen Machtergreifer, ob Lenin, ob Hitler. Erzählen wir abwechselungshalber eine andere Geschichte: Wie eine Demokratie sich selber ruiniert.

Jörg Friedrich, geboren 1944, erzielte mit seinem Buch über den Bombenkrieg gegen Deutschlands Städte einen Welterfolg: Der Brand liegt in zwölf Sprachen vor. Auch der Folgeband Brandstätten wurde zum Bestseller. Friedrichs umfangreiches Werk enthält Standardtitel zur NS-Zeit, die ihm internationale Auszeichnungen eintrugen. 2014 erschien sein Buch "14/18. Der Weg nach Versailles.

Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer Stiftung/
Politisches Bildungsforum Brandenburg

Freitag
10.
November 2017
19.30 Uhr

Robin Alexander
(c) Gudrun Senger

Lausitzer LesArt: Robin Alexander stellt sein Buch „Die Getriebenen: Merkel und die Flüchtlingspolitik: Report aus dem Innern der Macht“ vor.

Moderation Oliver Haustein-Teßmer (Chefredakteur LAUSITZER RUNDSCHAU)

Luckau | Kulturkirche Luckau | Nonnengasse 1

Karten unter:
03544-3050

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Die Grenzöffnung für Flüchtlinge im Herbst 2015 hat das Land gespalten – die einen preisen Angela Merkels moralische Haltung, die andern geißeln die Preisgabe von Souveränität. Doch was als planvolles Handeln erscheint, ist in Wahrheit eine Politik des Durchwurstelns, des Taktierens und Lavierens, befeuert von hehren Idealen und Opportunismus. Robin Alexander zeigt, dass die politischen Akteure Getriebene sind, zerrieben zwischen selbst auferlegten Zwängen und den sich überschlagenden Ereignissen.

Robin Alexander blickt als Korrespondent der »Welt am Sonntag« seit Jahren hinter die Kulissen des Kanzleramtes - in seinem Buch, das auf Recherchen in Berlin, Brüssel, Wien, Budapest und der Türkei basiert, rekonstruiert er minutiös die Schlüsselentscheidungen von sechs Schicksalsmonaten - und erzählt am Beispiel des wohl dramatischsten Kapitels der jüngeren deutschen Geschichte davon, wie heute Politik gemacht wird.

Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros in Kooperation mit der Stadt Luckau und der Lausitzer Rundschau

Montag
13.
November 2017
19.00 Uhr

Ulrich Noethen
(c) Thore Siebrands

Lausitzer LesArt: Ulrich Noethen liest Tolstoi "Krieg und Frieden"

Cottbus | LERN ZENTRUM Cottbus | Stadt- und Regionalbibliothek | Berliner Straße 13/14

Karten unter:
0355 / 3806015

Eintritt: 15 / 12 €

RESERVIEREN

Die russische Gesellschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts - und die europäischen Kriegsschauplätze,
auf denen Österreich, Preußen, Russland und Frankreich unter Napoleon kämpfen: Das sind die Zeiten
und Stoffe des berühmten Romans "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi. Der Schriftsteller rückt vier adlige Familien in den Mittelpunkt: "Die Rostows", der Graf und die Gräfin und ihre vier Kinder Nikolai, Peter, Vera und Natalie. "Die Besuchows", von denen nach dem Tod des alten Grafen nur dessen unehelicher Sohn Pierre übrig bleibt. "Die Bolkonskis", das sind der Patriarch, seine Tochter Marja und sein Sohn Andrej. Und "die Kuragins": der Fürst und die Fürstin mit ihren Kindern Ippolit, Anatol und Hélène. Während Napoleon ganz Europa mit Krieg überzieht, wird in Petersburg getanzt. Doch langsam, aber sicher treiben die Familien Russlands einem Schicksal entgegen, in dem die Schrecken des Krieges und alle Leidenschaften verschmelzen. Das gesellschaftliche Leben in Moskau und Petersburg, in dem Geld und Ansehen, Liebe, Enttäuschung und Macht im Mittelpunkt stehen, bilden die Bühne für Tolstois
zeitlosen Roman. Das 2000 Seiten starke Epos erschien erstmals 1868/1869.
Ulrich Noethen studierte 1985 bis 1987 Schauspiel in Stuttgart. Engagements führten ihn ans SchauspielKöln und nach Berlin. Seine erste Rolle im Kino hatte er 1997 in „Comedian Harmonists“. Dafür erhielt er 1998 den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller. Neben zahlreiche Kino- und Fernsehproduktionen arbeitet Noethen als Sprecher für eine Vielzahl von Hörbuch- und Hörspielproduktionen. Für den RBB sprach Ulrich Noethen 2009 Leo Tolstois „Krieg und Frieden“ in ungekürzter Fassung für ein 54 CDs umfassendes Hörbuch ein. Noethen habe an 35 Tagen mit „nie nachlassender Konzentration und beeindruckender Modulationsfähigkeit“ den Text gelesen.
Für seine zahlreichen Rollen wurde Noethen mehrfach ausgezeichnet: dem Deutschen Fernsehpreis (2006), der Goldenen Kamera (2006), sowie dem Adolf-Grimme-Preis (2009 und
2010).

Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros und der Stadt- und Regionalbibliothek Cottbus.

Dienstag
14.
November 2017
20.00 Uhr

Constantin Schreiber
(c) Urbschat

Constantin Schreiber
"Inside Islam"

Lesung und Gespräch
Moderation Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 - 2804103

Eintritt: 12 / 10 €

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Millionen Muslime leben unter uns, doch wir wissen fast nichts über sie. Wie viele Muslime gibt es eigentlich in Deutschland und wie und wo gehen sie ihrem Glauben nach? Constantin Schreiber hat sich dafür auf die Suche gemacht und liefert den ersten deutschen Moschee-Report: Wo gibt es überall Moscheen und was predigen Imame beim Freitagsgebet? Wie wird über Deutschland gesprochen, wenn keine Kamera dabei ist und man sich unbeobachtet fühlt? Schreiber recherchiert in einer für viele unverständlichen Realität, die unsere Gesellschaft prägt wie nie zuvor.
Constantin Schreiber, 1979 geboren, moderiert die Tagesschau, das ARD-Nachtmagazin und das NDR-Medienmagazin Zapp. Er spricht fließend Arabisch und ist Moderator einer Wissenschaftssendung im ägyptischen Fernsehen. Für die deutsch-arabische Sendung „Marhaba – Ankommen in Deutschland“, in der er Flüchtlingen das Leben in unserem Land erklärt, wurde er 2016 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Schreiber arbeitete nach einem Jura-Studium mehrere Jahre als Reporter in Beirut und Dubai, volontierte bei der Deutschen Welle und war drei Jahre als Medienreferent im Auswärtigen Amt tätig. Seit 2012 war er Moderator und Chef vom Dienst bei n-tv und wechselte 2017 zur ARD.

In Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung/ Politisches Bildungsforum Brandenburg.

Donnerstag
16.
November 2017
19.30 Uhr

Christian Eisert
(c) Reto Klar

Christian Eisert stellt sein Buch „Kim und Struppi - Ein unmöglicher Urlaub oder: Tanzen mit Atomraketen“ in Wort & Bild vor.

Zossen | Stadtbibliothek Zossen | Kirchplatz 2

Karten unter:
03377 / 3040-477

Eintritt: 6 / 4 €

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Wie viele Touristen jährlich Nordkorea besuchen, lässt sich exakt sagen: wenige. Dabei hält so ein Urlaub im Reich von Kim Jong Un viele Überraschungen bereit: Autobahnen ohne Autos, Hotels, in denen der fünfte Stock fehlt, und ein Tänzchen an der gefährlichsten Grenze der Welt – zu den Klängen von "Tränen lügen nicht". Zusammen mit der kratzbürstigen Fotoreporterin Thanh Hoang ist Christian Eisert sechs Tage und 1.500 Kilometer durch die Demokratische Volksrepublik gereist. Mit gefälschten Biographien. Unter ständiger Beobachtung des Geheimdienstes. Und immer auf der Suche nach Kim Il Sungs legendärer regenbogenfarbener Wasserrutsche. Das Ergebnis ist einfach irre – und sehr komisch.

CHRISTIAN EISERT, geboren 1976 in Ostberlin, ist TV-Autor, Satiriker und Comedy-Coach. Er schreibt Gags, Sketche und Drehbücher u. a. für Harald Schmidt und die Fernsehshows Alfons und Gäste und Grünwald Freitagscomedy. Erste Erfahrungen mit Nordkorea sammelte er im Jahr 1988, als er an seiner Schule zu Ehren einer Gästedelegation aus Pjöngjang Arbeiterkampflieder sang.

Sonntag
21.
Januar 2018
11.00 Uhr
 

Matinee in der Villa Quandt:
Pascale Hugues „Deutschland à la française“

Lesung und Gespräch
Moderation: Katarzyna Zorn

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

RESERVIEREN

Pascale Hugues ist Französin und lebt seit vielen Jahren in Berlin. In „Deutschland à la française“ schreibt sie über den Alltag; die Sprache und die Mentalität in diesem Land, das ihr nahe und zugleich immer noch ein bisschen fremd ist. Sie schaut auf das ganz Kleine und sieht darin das ganz Grosse. Neugierig flaniert sie durch die Straßen und Parks, lauscht den Gesprächen und erforscht die Eigenheiten beiderseits des Rheins. Alles ist interessant, vom Präsidentenpalast bis zum Müllkeller, das seltsame Wort „Brustwarze“, wie man zu Abend isst, sich am Telefon meldet, wie man streikt und ab wann Politiker als korrupt gelten. Auch Klischees überprüft sie auf ihren wahren Kern. Sind die Deutschen wirklich so ordentlich und die Franzosen so locker? Wo offenbart sich die deutsche Seele? Und wann der französische Esprit? Ein kluges, kenntnisreiches, humorvolles Buch aus der Sicht einer Autorin, die in zwei Welten zuhause ist, beide liebt – und mit scharfem Blick beobachtet.
Pascale Hugues, geboren in Straßburg, arbeitet seit 1989 als Korrespondentin in Deutschland, zunächst für die Zeitung „Libération“, heute für das Magazin „Le Point“. Sie schreibt auch für deutsche Zeitungen, unter anderem als Kolumnistin des „Tagesspiegels“.

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Freundeskreis Potsdam-Versailles

Donnerstag
01.
Februar 2018
20.00 Uhr

Julia Schoch
(c) Jürgen Bauer

Buchpremiere:
Julia Schoch "Schöne Seelen und Komplizen"

Moderation: Hendrik Röder
Anschließend Empfang

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

RESERVIEREN

Wer sucht sich seine Erfahrungen schon selbst aus? Lydia, Alexander, Ruppert, Kati. Sie alle sind Schüler eines Elitegymnasiums der DDR. Während die einen mit glühendem Blick im »Reimanns« subversive Gedanken diskutieren, sehen die anderen unschuldig einer sozialistischen Zukunft entgegen. Der Mauerfall trennt sie schlagartig von ihrer Vergangenheit. Schwankend zwischen Hass, Verweigerung und Euphorie hören sie die Beteuerungen ihrer Eltern, dass alles ganz normal sei. Dabei sieht jeder die Explosion 1989 mit anderen Augen. Dreißig Jahre später zieht jeder der Helden Bilanz. Und sieht sich vor große Fragen gestellt: Wie lange verfolgt uns die Vergangenheit, oder verfolgen wir sie? Wie viel sind ihre Erfahrungen wert? Damals sind sie davongekommen, aber sie alle jagen einer Freiheit nach, noch immer. Julia Schoch macht den historischen Umbruch in privaten Leben erfahrbar. Und schreibt damit einen beeindruckenden Gesellschaftsroman für unsere Zeit.

Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, lebt nach Aufenthalten in Bukarest und Paris als freie Autorin und Übersetzerin mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Potsdam. Für ihr von der Kritik hochgelobtes Erzähldebüt »Der Körper des Salamanders« wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises und dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Nach dem für den Leipziger Buchpreis nominierten Roman »Mit der Geschwindigkeit des Sommers« erschien zuletzt »Selbstporträt mit Bonaparte«.

Mit Unterstützung durch den Piper Verlag und den Literaturladen Wist

Sonntag
18.
Februar 2018
11.00 Uhr

Bruno Preisendörfer
(c) Amrei-Marie, Wikipedia

Matinee in der Villa Quandt
Bruno Preisendörfer "Als unser Deutsch erfunden wurde: Reise in die Lutherzeit"

Lesung & Gespräch
Moderation: Peter Walther

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

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Martin Luther lag erst ein gutes Jahr in der Wittenberger Schlosskirche im Sarg, als im Frühling 1547 von den Türmen seiner alten Predigtkirche, der Stadtkirche St. Marien, die Aufbauten von den Türmen genommen wurden. Auf die freigemachten Plattformen sollten Kanonen gehievt werden, mit denen man die Landsknechte Karls V. vom Sturm auf die Stadt abhalten wollte. Letztendlich wurde die Stadt friedlich übergeben. Luthers Leichnam wurde nicht aus dem Grab geholt und verbrannt, um noch posthum die Reichsacht an ihm zu vollstrecken – obwohl es Stimmen gab, die dies forderten. Erst ein halbes Jahrtausend später, im Jahr 1910, fand man eine von Philipp
Melanchthon handschriftlich verfasste Chronik der Zeit – einer Zeit, die bewegter, aber auch zukunftsformender kaum hätte sein können.
Bruno Preisendörfer schaut Luther und vielen seiner Zeitgenossen über die Schulter, wir erleben ihr öffentliches Wirken, aber auch ihren Alltag. Mit Götz von Berlichingen überfallen wir Nürnberger Kaufleute und werden selbst von Nürnbergern belagert. Wir sehen den Fuggern in ihrem Augsburger Kontor auf die Finger und machen uns mit den Welsern bei der Ausbeutung Venezuelas die Hände schmutzig. Albrecht Dürer lernen wir beim Malen kennen, Hans Sachs beim Versemachen und Luthers Frau Katharina bei der Haushaltsführung – bis wir mit ihr vor der Pest aus Wittenberg fliehen. Wir reihen uns in Landknechts-Haufen ein, proben mit fränkischen und thüringischen Bauern den Aufstand, lauschen brav den Predigern und fürchten uns vor dem Jüngsten Gericht.
Bruno Preisendörfer ist freischaffender Publizist und Schriftsteller mit eigener Internetzeitschrift (www.fackelkopf.de). Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u. a. bei Galiani Berlin: „Der waghalsige Reisende. Johann Gottfried Seume und das ungeschützte Leben“ (2012) und „Als Deutschland noch nicht Deutschland war. Reise in die Goethezeit“ (2015).

Samstag
03.
März 2018
15.00 Uhr

Hans-Joachim Maaz
(c) Anna Weise

Hans-Joachim Maaz
„Das falsche Leben. Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft“

Vortrag & Gespräch.
Moderation: Hendrik Röder

Bergsdorf | Kurt-Mühlenhaupt-Museum | Bergsdorfer Dorfstr.1

Eintritt: 10 / 8 €

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Der Hallenser Psychoanalytiker und Psychiater Hans-Joachim Maaz ist bekannt für seine brillanten, zukunftsweisenden Analysen kollektiver Befindlichkeiten – vom Gefühlsstau, einem Psychogramm der DDR, bis zur narzisstischen Gesellschaft, einer Psycho-Analyse unserer Promi- und Leistungsgesellschaft. In seinem neuen Buch nimmt er Phänomene wie Pegida und AfD, den zunehmenden Hass auf Ausländer, aber auch die Selbstgerechtigkeit der politischen Elite zum Anlass, ein konturenscharfes Bild unseres falschen Lebens zu zeichnen, in dem wir uns lange eingerichtet haben und aus dem uns nun die zunehmende Polarisierung und Barbarisierung unserer sozialen und politischen Verhältnisse herausreißt.

Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer Stiftung/
Politisches Bildungsforum Brandenburg

Sonntag
04.
März 2018
11.00 Uhr

Christian Brückner
(c) Hendrik Röder

Buchpremiere: Peter Walther „Hans Fallada. Junge Liebe zwischen Trümmern“

Lesung: Christian Brückner
Moderation: Hendrik Röder
Anschließend Empfang

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

Zahlreiche Erzählungen Hans Falladas wurden nie veröffentlicht oder sind nur in Zeitschriften erschienen. Andere Texte aus dem Nachlass sind seit Jahren in Vergessenheit geraten. Die besten davon hat Peter Walther zu einem spannenden Lesebuch zusammengestellt. Das Buch enthält Erzählungen, die sich typischen Fallada-Sujets widmen, so etwa die Geschichten „Ich, der verlorene Findling“, „Die Bucklige“ und „Junge Liebe zwischen Trümmern“, aber auch die Detektivgeschichte „Der blutende Biber“ sowie autobiographische Texte, in denen Fallada vor allem über sein Leben als Schriftsteller und Lesender Auskunft gibt, darunter seine „Warnung vor Büchern“ und ein Zwiegespräch zwischen Fallada und seiner Frau, das er für den Rundfunk schrieb. In einem kenntnis- wie aufschlussreichen Nachwort erzählt der Herausgeber die Geschichten hinter den Texten.
Peter Walther, 1965 in Berlin geboren, studierte Germanistik und Kunsterziehung in Greifswald, Berlin und Essen und promovierte 1995 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat Bücher über Peter Huchel, Günter Eich, Thomas Mann, Goethe und Publikationen zur Fotografiegeschichte herausgegeben. Im Januar 2017 erschien seine Fallada-Biographie zum siebzigsten Todestag des Schriftstellers im Berliner Aufbau Verlag. Peter Walther arbeitet im Brandenburgischen Literaturbüro.
Christian Brückner, geb. 1943, zählt zu wichtigsten Sprechern und Vorlesern des Landes. Seit 2000 publiziert er auf seinem eigenen Label „Parlando“.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Literaturladen Wist und den Aufbau Verlag