Veranstaltungen

Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

Sonntag
21.
Januar 2018
11.00 Uhr
 

Matinee in der Villa Quandt:
Pascale Hugues „Deutschland à la française“

Lesung und Gespräch
Moderation: Katarzyna Zorn

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

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Pascale Hugues ist Französin und lebt seit vielen Jahren in Berlin. In „Deutschland à la française“ schreibt sie über den Alltag; die Sprache und die Mentalität in diesem Land, das ihr nahe und zugleich immer noch ein bisschen fremd ist. Sie schaut auf das ganz Kleine und sieht darin das ganz Grosse. Neugierig flaniert sie durch die Straßen und Parks, lauscht den Gesprächen und erforscht die Eigenheiten beiderseits des Rheins. Alles ist interessant, vom Präsidentenpalast bis zum Müllkeller, das seltsame Wort „Brustwarze“, wie man zu Abend isst, sich am Telefon meldet, wie man streikt und ab wann Politiker als korrupt gelten. Auch Klischees überprüft sie auf ihren wahren Kern. Sind die Deutschen wirklich so ordentlich und die Franzosen so locker? Wo offenbart sich die deutsche Seele? Und wann der französische Esprit? Ein kluges, kenntnisreiches, humorvolles Buch aus der Sicht einer Autorin, die in zwei Welten zuhause ist, beide liebt – und mit scharfem Blick beobachtet.
Pascale Hugues, geboren in Straßburg, arbeitet seit 1989 als Korrespondentin in Deutschland, zunächst für die Zeitung „Libération“, heute für das Magazin „Le Point“. Sie schreibt auch für deutsche Zeitungen, unter anderem als Kolumnistin des „Tagesspiegels“.

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Freundeskreis Potsdam-Versailles

Donnerstag
01.
Februar 2018
20.00 Uhr

Julia Schoch
(c) Jürgen Bauer

Buchpremiere:
Julia Schoch "Schöne Seelen und Komplizen"

Moderation: Hendrik Röder
Anschließend Empfang

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

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Wer sucht sich seine Erfahrungen schon selbst aus? Lydia, Alexander, Ruppert, Kati. Sie alle sind Schüler eines Elitegymnasiums der DDR. Während die einen mit glühendem Blick im »Reimanns« subversive Gedanken diskutieren, sehen die anderen unschuldig einer sozialistischen Zukunft entgegen. Der Mauerfall trennt sie schlagartig von ihrer Vergangenheit. Schwankend zwischen Hass, Verweigerung und Euphorie hören sie die Beteuerungen ihrer Eltern, dass alles ganz normal sei. Dabei sieht jeder die Explosion 1989 mit anderen Augen. Dreißig Jahre später zieht jeder der Helden Bilanz. Und sieht sich vor große Fragen gestellt: Wie lange verfolgt uns die Vergangenheit, oder verfolgen wir sie? Wie viel sind ihre Erfahrungen wert? Damals sind sie davongekommen, aber sie alle jagen einer Freiheit nach, noch immer. Julia Schoch macht den historischen Umbruch in privaten Leben erfahrbar. Und schreibt damit einen beeindruckenden Gesellschaftsroman für unsere Zeit.

Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, lebt nach Aufenthalten in Bukarest und Paris als freie Autorin und Übersetzerin mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Potsdam. Für ihr von der Kritik hochgelobtes Erzähldebüt »Der Körper des Salamanders« wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises und dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Nach dem für den Leipziger Buchpreis nominierten Roman »Mit der Geschwindigkeit des Sommers« erschien zuletzt »Selbstporträt mit Bonaparte«.

Mit Unterstützung durch den Piper Verlag und den Literaturladen Wist

Donnerstag
08.
Februar 2018
19.30 Uhr

Daniel Kehlmann
(c) Beowulf Sheehan

Daniel Kehlmann "Tyll"

Lesung & Gespräch
Moderation: Bernhard Robben

Potsdam | Thalia Programmkino | Rudolf-Breitscheidstr.50 | 14482 Potsdam

Karten unter:
0331-2804103
oder: im Vorverkauf an der Kinokasse und im Literaturladen Wist (Dortustr. 17, Eingang: Brandenburgerstraße) oder online unter www.thalia-potsdam.de

Eintritt: 18 / 16 €

KARTEN KAUFEN

"Tyll", der neue Roman des Erfolgsautors Daniel Kehlmann - er veröffentlichte u.a. "Die Vermessung der Welt", "Ruhm", "F" und "Du hättest gehen sollen" -, ist die Neuerfindung einer legendären Figur: ein großer Roman über die Macht der Kunst und die Verwüstungen des Krieges, über eine aus den Fugen geratene Welt.
Tyll Ulenspiegel wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Müllerssohn in einem kleinen Dorf geboren. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät schon bald mit der Kirche in Konflikt. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das von den Religionskriegen verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origenes, dem exilierten Königspaar Elisabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben.

"So ein Wunderbuch begegnet einem nicht jedes Jahr! Eindrücklich wie nie gelingt es Kehlmann, rund um den aus dem Spätmittelalter in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges verpflanzten Tyll Ulenspiegel einen Mummenschanz um Macht, Machtmissbrauch und den Hochseiltanz unserer Existenz zu inszenieren, der es in sich hat. Hinreißend! (Denis Scheck, Druckfrisch)

Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, wurde für sein Werk unter anderem mit dem Candide-Preis, dem WELT-Literaturpreis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis und dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Sein Roman "Die Vermessung der Welt" ist zu einem der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit geworden. Zurzeit unterrichtet er an der New York University und ist Fellow am Cullman Center for Writers and Scholars der New York Public Library.

Bernhard Robben arbeitet seit 1986 als freier Journalist (u.a. von 1989 bis 1994 für die BBC) und Übersetzer. Robbens umfangreiches übersetzerisches Werk besteht vorwiegend aus Übertragungen erzählender Werke britischer, irischer und amerikanischer Autoren. Daneben moderiert er häufig Autorenlesungen, z.B. während der jährlichen Lit.Cologne. 2013 wurde er mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis für sein literarisches Lebenswerk, die Übersetzung aus dem Englischen, ausgezeichnet.

Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros in Kooperation mit dem Thalia Programmkino und dem Literaturladen Wist.

Sonntag
18.
Februar 2018
11.00 Uhr

Bruno Preisendörfer
(c) Amrei-Marie, Wikipedia

Matinee in der Villa Quandt
Bruno Preisendörfer "Als unser Deutsch erfunden wurde: Reise in die Lutherzeit"

Lesung & Gespräch
Moderation: Peter Walther

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

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Martin Luther lag erst ein gutes Jahr in der Wittenberger Schlosskirche im Sarg, als im Frühling 1547 von den Türmen seiner alten Predigtkirche, der Stadtkirche St. Marien, die Aufbauten von den Türmen genommen wurden. Auf die freigemachten Plattformen sollten Kanonen gehievt werden, mit denen man die Landsknechte Karls V. vom Sturm auf die Stadt abhalten wollte. Letztendlich wurde die Stadt friedlich übergeben. Luthers Leichnam wurde nicht aus dem Grab geholt und verbrannt, um noch posthum die Reichsacht an ihm zu vollstrecken – obwohl es Stimmen gab, die dies forderten. Erst ein halbes Jahrtausend später, im Jahr 1910, fand man eine von Philipp
Melanchthon handschriftlich verfasste Chronik der Zeit – einer Zeit, die bewegter, aber auch zukunftsformender kaum hätte sein können.
Bruno Preisendörfer schaut Luther und vielen seiner Zeitgenossen über die Schulter, wir erleben ihr öffentliches Wirken, aber auch ihren Alltag. Mit Götz von Berlichingen überfallen wir Nürnberger Kaufleute und werden selbst von Nürnbergern belagert. Wir sehen den Fuggern in ihrem Augsburger Kontor auf die Finger und machen uns mit den Welsern bei der Ausbeutung Venezuelas die Hände schmutzig. Albrecht Dürer lernen wir beim Malen kennen, Hans Sachs beim Versemachen und Luthers Frau Katharina bei der Haushaltsführung – bis wir mit ihr vor der Pest aus Wittenberg fliehen. Wir reihen uns in Landknechts-Haufen ein, proben mit fränkischen und thüringischen Bauern den Aufstand, lauschen brav den Predigern und fürchten uns vor dem Jüngsten Gericht.
Bruno Preisendörfer ist freischaffender Publizist und Schriftsteller mit eigener Internetzeitschrift (www.fackelkopf.de). Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u. a. bei Galiani Berlin: „Der waghalsige Reisende. Johann Gottfried Seume und das ungeschützte Leben“ (2012) und „Als Deutschland noch nicht Deutschland war. Reise in die Goethezeit“ (2015).

Samstag
03.
März 2018
15.00 Uhr

Hans-Joachim Maaz
(c) Anna Weise

Hans-Joachim Maaz
„Das falsche Leben. Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft“

Vortrag & Gespräch.
Moderation: Hendrik Röder

Bergsdorf | Kurt-Mühlenhaupt-Museum | Bergsdorfer Dorfstr.1

Eintritt: 10 / 8 €

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Der Hallenser Psychoanalytiker und Psychiater Hans-Joachim Maaz ist bekannt für seine brillanten, zukunftsweisenden Analysen kollektiver Befindlichkeiten – vom Gefühlsstau, einem Psychogramm der DDR, bis zur narzisstischen Gesellschaft, einer Psycho-Analyse unserer Promi- und Leistungsgesellschaft. In seinem neuen Buch nimmt er Phänomene wie Pegida und AfD, den zunehmenden Hass auf Ausländer, aber auch die Selbstgerechtigkeit der politischen Elite zum Anlass, ein konturenscharfes Bild unseres falschen Lebens zu zeichnen, in dem wir uns lange eingerichtet haben und aus dem uns nun die zunehmende Polarisierung und Barbarisierung unserer sozialen und politischen Verhältnisse herausreißt.

Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer Stiftung/
Politisches Bildungsforum Brandenburg

Sonntag
04.
März 2018
11.00 Uhr

Christian Brückner
(c) Hendrik Röder

Buchpremiere: Peter Walther „Hans Fallada. Junge Liebe zwischen Trümmern“

Lesung: Christian Brückner
Moderation: Hendrik Röder
Anschließend Empfang

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

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Zahlreiche Erzählungen Hans Falladas wurden nie veröffentlicht oder sind nur in Zeitschriften erschienen. Andere Texte aus dem Nachlass sind seit Jahren in Vergessenheit geraten. Die besten davon hat Peter Walther zu einem spannenden Lesebuch zusammengestellt. Das Buch enthält Erzählungen, die sich typischen Fallada-Sujets widmen, so etwa die Geschichten „Ich, der verlorene Findling“, „Die Bucklige“ und „Junge Liebe zwischen Trümmern“, aber auch die Detektivgeschichte „Der blutende Biber“ sowie autobiographische Texte, in denen Fallada vor allem über sein Leben als Schriftsteller und Lesender Auskunft gibt, darunter seine „Warnung vor Büchern“ und ein Zwiegespräch zwischen Fallada und seiner Frau, das er für den Rundfunk schrieb. In einem kenntnis- wie aufschlussreichen Nachwort erzählt der Herausgeber die Geschichten hinter den Texten.
Peter Walther, 1965 in Berlin geboren, studierte Germanistik und Kunsterziehung in Greifswald, Berlin und Essen und promovierte 1995 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat Bücher über Peter Huchel, Günter Eich, Thomas Mann, Goethe und Publikationen zur Fotografiegeschichte herausgegeben. Im Januar 2017 erschien seine Fallada-Biographie zum siebzigsten Todestag des Schriftstellers im Berliner Aufbau Verlag. Peter Walther arbeitet im Brandenburgischen Literaturbüro.
Christian Brückner, geb. 1943, zählt zu wichtigsten Sprechern und Vorlesern des Landes. Seit 2000 publiziert er auf seinem eigenen Label „Parlando“.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Literaturladen Wist und den Aufbau Verlag

Sonntag
18.
März 2018
11.00 Uhr

Matinee in der Villa Quandt:
Wieland Förster "Tamaschito"

Lesung & Gespräch
Lesung: Frank Arnold
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331 / 280 41 03

Eintritt: 10 / 8 €

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An einem milden Septembertag 1946 geht der 16-jährige Thom durch das zertrümmerte Dresden. Die Stadt beginnt zaghaft aufzuatmen, Menschen streben ins Freie, Elbfähren fliegen über den Fluss, Familienbesuch ist gekommen. Zwischen Thom und seiner Cousine Margot entflammt jugendliche Leidenschaft. Doch dann wird Thom verhaftet und unschuldig im »Grauen Bau« eingekerkert.
Einer Intrige wegen muss der Junge durch die Hölle des Hungers und Durstes, durch Auszehrung und endlose Verhöre gehen. Er gerät in das Mahlwerk der gewaltigen Kräfteverschiebungen jener Zeit. Deutsche, Polen, Russen, Nazis und Widerstandskämpfer sind seine Mitgefangenen. An diesem apokalyptischen Ort, wo der Tod Platz genommen hat zwischen den Häftlingen, wird ein verschlissener Stofffetzen zum Schachbrett, eine erzählte Geschichte zum Überlebenselixier, und der Name eines Kuchens zur Zauberformel. »In mir blutet Vergangenheit«, sagte Wieland Förster einmal – mit "Tamaschito" legt er jetzt den Roman vor, in dem jene Lebenswunde zu Literatur wird.

Wieland Förster, 1930 in Dresden geboren, zählt zu den bedeutendsten europäischen Bildhauern. Seine Werke befinden sich im öffentlichen Raum, in Museen und Privatsammlungen. Seit den 60er Jahren ist Förster auch schriftstellerisch tätig, einige Manuskripte konnten in der DDR nicht erscheinen.

Frank Arnold, geboren in Berlin, arbeitet als Dramaturg, Sprecher, Schauspieler und Regisseur. Bekannt ist er vor allem als Sprecher zahlreicher Hörbücher, Dokumentarfilme sowie dem Kulturmagazin Aspekte.

Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße