Veranstaltungen in Potsdam

Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

Bitte melden Sie sich über den "reservieren"-Button für die Veranstaltungen an. Wenn möglich, finden die Lesungen im Freien statt. Bitte erkundigen Sie sich kurzfristig auf dieser Seite, ob die Veranstaltung stattfinden kann.
Sonntag
30.
Mai 2021
11.00 Uhr

Harald Martenstein
(c) Hans Scherhaufer

 

Martenstein
„Wut“

Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Termin wird verschoben

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 10 / 8 €

Frank ist der Wut seiner Mutter ausgeliefert. Sie schlägt ihn, immer wieder. Er steht ihren Träumen im Weg. Erst kam der Krieg, dann das Bordell, wo sie in der Nachkriegszeit Unterschlupf fand, dann die Klosterschule. Und jetzt das Kind.
Eines Tages eskaliert ein Streit, und Frank springt aus dem Fenster. Er kehrt nie wieder nach Hause zurück. Aber die Wut seiner Mutter wird er nicht mehr los.

Harald Martenstein, geboren 1953 in Mainz, schreibt seit 2002 Kolumnen für „Die Zeit“ und den Tagesspiegel. Für seine Arbeit wurde er mit dem Egon-Erwin-Kisch-, dem Henri-Nannen- und dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. Harald Martenstein lebt in Berlin.

Dienstag
01.
Juni 2021
19.00 Uhr

Sharon Dodua Otoo
(c) Ralf Steinberger

Mithu Sanyal
(c) Guido Schiefer

LIT:potsdam
OPEN AIR im Garten der Villa Quandt
Eine Frage der Identität
SHARON DODUA OTOO, MITHU SANYAL

Lesung und Gespräch
Moderation: Anne-Dore Krohn
Begrüßung Noosha Aubel

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Ausverkauft!

Karten unter:
www.litpotsdam.de

Eintritt: 15 / 12 €

Sich selbst zu finden, sich zu (er)kennen, sich zu behaupten, das ist bewusst oder unbewusst ein wichtiges Thema im Leben der Heldinnen von Sharon Dodua Otoos „Adas Raum“ und Mithu Sanyals „Identitti“. Mit ihren reflektierten und differenzierenden Romanen legen die Autorinnen den Finger in die Wunden gegenwärtiger Diskurse.
Im Anschluss an die Lesung spricht Anne-Dore Krohn mit den Autorinnen über die Verortung der Geschichten im Hier und Jetzt und im weitgespannten Bewusstseinsstrom.

In Kooperation mit
dem Brandenburgischen Literaturbüro

Sonntag
06.
Juni 2021
19.00 Uhr

Helga Schubert
(c) Renate von Mangoldt

Bernhard Schlink
(c) Gaby Gerster Diogenes Verlag

LIT:potsdam
OPEN AIR im Garten der Villa Quandt
Die Magie der Gefühle
HELGA SCHUBERT, BERNHARD SCHLINK

Lesung und Gespräch
Moderation: Patricia Schlesinger

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Ausverkauft!

Karten unter:
www.litpotsdam.de

Eintritt: 15 / 12 €

Mit Verstand und Gefühl legen Helga Schubert und Bernhard Schlink Erinnerungen als erzählerische Versuchsanordnungen an. Bei ihrer Lesung nehmen sie die Leser mit zu ihren persönlichen Orten der Erinnerung, im Gespräch hinterfragt von Patricia Schlesinger.

In Kooperation mit
dem Brandenburgischen Literaturbüro

Montag
14.
Juni 2021
20.00 Uhr

Zaia Alexander
(c) Tobias Bohm

 

Potsdamer Romandebüt
Zaia Alexander „Erdbebenwetter“

Moderation: Antje Rávik Strubel

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Auf der Terrasse

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 10 / 8 €

Kojoten ziehen hungrig durch die Wohnviertel, in den Nachrichten warnen sie vor Schießereien und blinder Verkehrswut. Mit der Hitze kommt eine unheimliche Stille. Erdbebenwetter. Das Leben in L.A. gleicht in diesem Roman nicht dem Hollywood, das uns die großen Studios in ihren Filmen vorgaukeln. Und auch Lous Alltag ist nicht aus dem Stoff der Traumfabrik. Ihr Leben scheint in einer Endlosschleife hängengeblieben zu sein, als sie bei einer Filmpremiere einen alten Freund wiedertrifft, der mittlerweile ein erfolgreicher Regisseur ist. Er nimmt sie mit zu einem Kurs in einem Tanzstudio in Santa Monica und führt sie in die Welt der Hexer ein. Damit gewinnt ihr Leben eine elektrisierende Intensität. Ein poetischer und kraftvoller Roman, der Grenzen überschreitet, Hierarchien zwischen Tier und Mensch und Kindern und Eltern ins Wanken bringt.

Zaia Alexander promovierte in Germanistik an der UCLA, war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Getty Research Institute und Programmdirektorin der Villa Aurora in Pacific Palisades/Los Angeles. 2008 erhielt sie die Lannan Residency in Marfa, Texas. Erdbebenwetter ist ihr erster Roman. Sie lebt in Potsdam und Los Angeles.

Mit freundlicher Unterstützung des Literaturladens Wist.

Donnerstag
17.
Juni 2021
20.00 Uhr

Gregor Sander
(c) Thorsten Futh

 

Gregor Sander
„Alles richtig gemacht“

Lesung und Gespräch
Moderation: Andrea Schneider

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Auf der Terrasse

Karten unter:
0331 / 2804103
oder: blb@literaturlandschaft.de

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Ein funkelnd-wunderbarer Roman über die frühen und späteren Jahre des wiedervereinten Deutschland und eine helle Feier der Freundschaft.
Thomas und Daniel kommen aus Rostock und sind noch jung, als es mit der DDR zu Ende geht, aber alt genug, um sich von der aufregenden neuen Zeit mitreißen zu lassen. Die ungleichen Freunde ziehen nach Berlin, das Leben scheint eine einzige Party. Doch irgendwann verschwindet Daniel. Als er Jahre später wieder auftaucht, wird Thomas' inzwischen bürgerliche Rechtsanwaltsexistenz gerade gewaltig durchgeschüttelt: Seine Frau ist weg und hat die beiden Töchter mitgenommen. Hat Daniel etwas damit zu tun, und wer hat hier überhaupt etwas richtig gemacht?
Gregor Sander, geboren 1968 in Schwerin, lebt als freier Autor in Berlin. Für seine Romane und Erzählungen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Sein Romandebüt »Abwesend« war für den Deutschen Buchpreis nominiert, sein Roman »Was gewesen wäre« wurde verfilmt.

Eine Veranstaltung der Buchhandlung Viktoriagarten in Kooperation mit dem Brandenburgischen Literaturbüro.

Donnerstag
24.
Juni 2021
20.00 Uhr

Grit Poppe
(c) privat

 

Buchpremiere Gritt Poppe
„Verraten“

Moderation: Hendrik Röder
Musikalische Begleitung: Detlef Jablonski (Gitarre)

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Auf der Terrasse

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Als seine Großmutter ins Altenheim muss, zieht Sebastian zu seinem Vater, der die Familie verlassen hat, als er noch ein Kind war. Nichts verbindet ihn mit diesem Mann, der eine Haftstrafe verbüßen musste und kaum mit ihm spricht. Aber immer noch besser, als wieder in diesem schrecklichen Heim zu landen, in das er zunächst von der Jugendhilfe gebracht wurde. Doch eines Tages taucht ein Mann in seiner Schule auf und drängt ihn, Lehrer und Mitschüler zu beobachten. Er macht ihn zum IM der Stasi und bringt ihn dazu, seinen eigenen Vater zu bespitzeln.

Grit Poppe wurde 1964 in Boltenhagen an der Ostsee geboren. Sie studierte am Literaturinstitut in Leipzig. Von 1989 bis 1992 engagierte sie sich in der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“. Heute schreibt sie Bücher für Kinder und Jugendliche. Für ihren ersten Jugendroman „Weggesperrt“, der 2009 im Dressler Verlag erschien, wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendliteratur“. Grit Poppe lebt in Potsdam.

Detlef Jablonski wurde 1955 in Jerichow im Haftkrankenhaus eines Frauengefängnisses geboren, kam von dort in ein Kinderheim und später zu einer Pflegefamilie. 1970 und 1974 versuchte er vergeblich, zu seiner leiblichen Mutter in den Westen zu fliehen. Zehn Monate verbüßte er dafür im Gefängnis, unter anderem im Arbeitslager Schwarze Pumpe. Danach wurde er jahrelang von der Staatssicherheit observiert und von der Volkspolizei kontrolliert. Ein Abiturlehrgang wurde 1979 durch die Einberufung zur NVA abgebrochen. Detlef Jablonski stellte zwei Ausreiseanträge und siedelte 1987 nach Westberlin über. Der Autor hat einen erwachsenen Sohn und lebt heute als Liedermacher in Berlin. Jablonski hält Zeitzeugenvorträge in Schulen und Gedenkstätten.

Mittwoch
21.
Juli 2021
20.00 Uhr

John von Düffel
(c) Katja von Düffel

 

Buchpremiere - John von Düffel
"Die Wütenden und die Schuldigen"

Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Auf der Terrasse

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Ein Familien- und Gesellschaftsroman in den Zeiten der Corona-Pandemie. März 2020: Ein protestantischer Pfarrer in der Uckermark, der dem Tod ins Auge blickt. Eine Anästhesistin der Charité, die mit einem Rabbi zusammen in Quarantäne gerät. Ein Kunststudent, der heillos in seine Professorin verliebt ist und in eine Welt der Betäubung abdriftet. Und Selma, die Enkelin, Tochter und Schwester der Genannten, die diese Familie irgendwie zusammenhalten soll – keine leichte Aufgabe in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln, in denen Distanz zur Tugend wird und Nähe zum Problem. Die vier auseinandergerissenen Familienmitglieder sind weniger durch Ähnlichkeit miteinander verbunden als durch eine gemeinsame Leerstelle: Holger, Pfarrerssohn, Ex-Mann und Vater der Protagonisten befindet sich nach einem Suizidversuch in einer Klinik und ist nunmehr so gut wie unerreichbar. Für jede der Figuren bedeutet er eine Lücke, einen Phantomschmerz der anderen Art. Doch Holger ist nicht der einzige Abwesende, der im Leben der Familienmitglieder viel präsenter ist, als sie es wahrhaben wollen. Die Verschwundenen – Lebende wie Tote – und die Wut- und Schuldgeschichten, die zu ihnen führen, kommen immer mehr zum Vorschein in dieser extremen Zeit.

John von Düffel wurde 1966 in Göttingen geboren, er arbeitet als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Seit 1998 veröffentlicht er Romane und Erzählungsbände bei DuMont, u. a. ›Vom Wasser‹ (1998), ›Houwelandt‹ (2004), ›Wassererzählungen‹ (2014) und zuletzt ›Das Klassenbuch‹ (2017). Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem aspekte-Literaturpreis und dem Nicolas-Born-Preis.

Mit freundlicher Unterstützung des Dumont Verlags und des Literaturladens Wist.

Mittwoch
11.
August 2021
20.00 Uhr

Antje Rávik Strubel
(c) Philipp von der Heydt

 

Buchpremiere
Antje Rávik Strubel „Blaue Frau“

Lesung und Gespräch
Moderation: Gabriele von Arnim

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Auf der Terrasse

Karten unter:
0331 / 2804103
oder: blb@literaturlandschaft.de

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Adina wuchs als letzter Teenager ihres Dorfs im tschechischen Riesengebirge auf und sehnte sich schon als Kind in der Ferne. Bei einem Sprachkurs in Berlin lernt sie die Fotografin Rickie kennen, die ihr ein Praktikum in einem neu entstehenden Kulturhaus in der Uckermark vermittelt. Von einem sexuellen Übergriff, den keiner ernst nimmt, unsichtbar gemacht, strandet Adina nach einer Irrfahrt in Helsinki. Im Hotel, in dem sie schwarzarbeitet, begegnet sie dem estnischen Professor Leonides, Abgeordneter der EU, der sich in sie verliebt. Während er sich für die Menschenrechte stark macht, sucht Adina einen Ausweg aus dem inneren Exil.

Der Roman von Antje Rávik Strubel, »Blaue Frau«, erzählt aufwühlend von den ungleichen Voraussetzungen der Liebe, den Abgründen Europas und davon, wie wir das Ungeheuerliche zur Normalität machen.
Antje Rávik Strubel veröffentlichte die Romane ›Offene Blende‹ (2001), ›Unter Schnee‹ (2001), ›Fremd Gehen. Ein Nachtstück‹ (2002), ›Tupolew 134‹ (2004), ›Vom Dorf. Abenteuergeschichten zum Fest‹ (2007). Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, ihr Roman ›Kältere Schichten der Luft‹ (2007) war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Rheingau-Literatur-Preis sowie dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet, der Roman ›Sturz der Tage in die Nacht‹ (2011) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Antje Rávik Strubel wurde mit einem Stipendium in die Lion-Feuchtwanger-Villa in Los Angeles eingeladen sowie als erster Writer in residence 2012 an das Helsinki Collegium for Advanced Studies. 2019 erhält sie den Preis der Literaturhäuser. Zuletzt erschien 2016 der Episodenroman ›In den Wäldern des menschlichen Herzens‹. Antje Rávik Strubel lebt in Potsdam.

Mit freundlicher Unterstützung des Literaturladens Wist

Sonntag
15.
August 2021
11.00 Uhr

Petra Reski
(c) Paul Schirnhofer

 

Petra Reski
„Als ich einmal in den Canal Grande fiel Vom Leben in Venedig. Das ungeschönte Porträt der schönsten Stadt der Welt“

Moderation: Katarzyna Zorn

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Auf der Terrasse

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Petra Reski wirft einen wehmütigen Blick hinter die Kulissen Venedigs und erzählt, wie es ist, in einer Stadt zu leben, der es zum Verhängnis wird, dass sie von aller Welt geliebt wird. Petra Reski, die seit den Neunzigern in der Lagunenstadt lebt und sie kennt wie keine Zweite, erzählt so atmosphärisch wie schonungslos vom Leben in Venedig. Einst hat sie ihr Herz an einen Venezianer verloren – längst hat sie sich in dessen Heimatstadt verliebt. Doch Kreuzfahrttourismus, Immobilienspekulation und gewissenlose Bürgermeister setzen der Stadt zu. Petra Reski kennt sie noch, die alten Venezianer und die Geheimnisse dieser Stadt, sie zeichnet ein wehmütiges Bild von Venedig, dessen Untergang es unbedingt zu verhindern gilt.

Petra Reski wurde im Ruhrgebiet geboren. Nach dem Studium besuchte sie die Henri-Nannen-Schule und arbeitete als Redakteurin beim Stern, bevor sie in Venedig ihr Herz verlor. Seit 1991 schreibt sie von dort aus für Zeitschriften wie GEO, DIE ZEIT, Merian und Brigitte, sowie für den Rundfunk. Zuletzt erschien von ihr: "Der Italiener an meiner Seite" (2006), "Mafia. Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern" (2008), "Von Kamen nach Corleone. Die Mafia in Deutschland" (2010) sowie ihre Krimireihe um Ermittlerin Serena Vitale.

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Freundeskreis Potsdam-Perugia e.V.

Montag
23.
August 2021
15.00 Uhr

Gerwin van der Werf
(c) Fjodor Buis

 

Gerwin van der Werf
„Der Anhalter“

Lesung und Gespräch
Moderation & Übersetzung: Jan Konst
Übersetzt aus dem Niederländischen von:
Marlene Müller-Haas

Potsdam | Heinrich v. Kleist Schule | Friedrich-Ebert-Str. 17

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

RESERVIEREN

Als ich nach Hause kam, standen im Flur zwei Koffer. Isa kam gerade mit dem dritten die Treppe herunter. „Dein Koffer wiegt zwo?lf Komma fu?nf Kilo“, sagte sie. „Aber ich weiß nicht, ob alles drin ist.“ Ich holte Luft, ra?usperte mich, holte noch einmal Luft. Sie hastete schon wieder die Treppe hinauf. ...Ich stand noch immer im Flur und dachte u?ber den Umschlag nach. „Na, mein Junge“, sagte ich. Er begann, die Jacken an der Garderobe zu durchwu?hlen. „Und deine Regen- hose, Jonathan, hast du die auch mit?“, rief Isa von irgendwo oben. „Ach so, Tiddo, wie war’s bei deiner Mutter?“ Jonathan stand mit einer zerknitterten Regen- hose in der Hand da, er hielt sie zwischen Daumen und Zeigefinger und musterte sie wie einen toten Fisch. Ich legte ihm meine Hand auf die Schulter. „Alles okay mit ihr?“, rief Isa. Sie dachte bestimmt, dass ich es nicht geho?rt hatte. Ihr Gesicht erschien u?ber der Treppe. „Oder ist was?“ „Nein, nein, alles gut. Sie wird nur langsam alt. Ein bisschen vergesslich. Nichts weiter.“

Gerwin van der Werf (*1969) ist ein Autor, der an einer internationalen Schule Musik unterrichtet, ein Niederla?nder, der u?ber Island schreibt, ein Kolumnist, der in einer Band spielt. Zwei seiner vier Romane schafften es auf die Longlist des wichtigsten nieder- la?ndischen Literaturpreises Libris Literatuurprijs. Mit Der Anhalter erscheint erstmals ein Buch von ihm auf Deutsch

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft des Königreichs der Niederlande

Donnerstag
26.
August 2021
20.00 Uhr

Lutz Seiler
(c) Jürgen Bauer

 

Buchpremiere auf der Terrasse
Lutz Seiler: "schrift für blinde riesen".

Gedichte und Gespräch
Moderation: Hendrik Röder
Musikalische Begleitung: Max Gogolin & Band

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Auf der Terrasse

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Lutz Seiler kehrt nach zwei Romanen zurück in den Heimathafen der Gedichte. Zurück in die Stimmen der Kindheit, ins Waldstadion, den »Knochenpark« und zur Frage, wo unser »eignes schmales erdreich ankern kann«. Er entdeckt den »Ahnenapparat« seines vom Uranbergbau geschleiften Heimatdorfes, um dort »seinen Toten« zu lauschen. Er durchstreift die Klangwelt des märkischen Kieferngewölbes und ist unterwegs: ob in den Legenden von Trouville oder in Stockholm, seiner zweiten Heimat, immer auf der Suche nach einer »schrift für blinde riesen« und ihrem Blick dorthin, »wo die welt vermutet werden könnte.« Mit seiner suggestiven Stimme und einer gehärteten Sprache jenseits aller Moden eröffnet Lutz Seiler einen ureigenen poetischen Raum. Vor allem ist es die Materialität der Dinge, das Sprechen nah an den Substanzen – verwandelt in Rhythmus und Klang bilden sie den Erzählton seiner neuen Gedichte.

Lutz Seiler, geboren 1963 in Gera, lebt in Wilhelmshorst und Stockholm. Für sein lyrisches, erzählerisches und essayistisches Werk erhielt er zahlreiche renommierte Preise, u.a. den Deutschen Buchpreis 2014 für seinen Roman Kruso.

Mit freundlicher Unterstützung des Literaturladens Wist und des Suhrkamp Verlags.

Montag
30.
August 2021
20.00 Uhr

Robin Alexander
(c) Gudrun Senger

 

Robin Alexander
Machtwechsel. Merkel und der Kampf um die Nachfolge: Ein Report aus dem Innern der Politik.

Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Angela Merkel ist als Krisenkanzlerin so beliebt wie lange nicht mehr, doch hinter den Kulissen der Pressekonferenzen, Briefings und Fernsehansprachen ringt die CDU um ihr Überleben. Spätestens seit den anschwellenden Protesten gegen die Corona-Maßnahmen und der immer kritischer verlaufenden zweiten Welle der Pandemie wird klar, dass auch die Kanzlerin, die in Notlagen immer wieder zu Hochform aufgelaufen ist, gravierende Fehler gemacht hat. Die Corona-Krise, so Robin Alexander, ist deshalb auch nur ein weiteres, spektakuläres Kapitel in einer noch größeren Geschichte: dem Drama vom Ende der Ära Merkel. In seinem neuen Buch enthüllt der Bestsellerautor den Machtkampf, der Deutschlands wichtigste Regierungspartei zerreißt. Sein glänzend recherchiertes Buch ist ein Report aus dem Innern der Macht, die packende Geschichte einer Kanzlerin in Agonie und das überraschende Porträt jener Männer, die um ihr Erbe kämpfen.

Robin Alexander, geboren 1975, hat sich als politischer Reporter und Kolumnist im politischen Berlin einen Namen gemacht. Er war Redakteur bei der „taz“ und Reporter bei „Vanity Fair“, bevor er 2008 zur „Welt“-Gruppe wechselte. 2013 wurde er mit dem renommierten Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. Seit 2019 ist er stellvertretender Chefredakteur Politik der „Welt“. Sein Buch „Die Getriebenen. Merkel und die Flüchtlingspolitik“ (Siedler 2017) stand wochenlang an der Spitze der Bestsellerliste und bildet die Grundlage für das gleichnamige ARD-Dokudrama, das 2020 ein Millionenpublikum erreichte. Robin Alexander lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Berlin.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg.

Dienstag
07.
September 2021
20.00 Uhr

Katharina Adler
(c) Christoph Adler

 

Katharina Adler
„Ida“

Lesung und Gespräch
Moderation: Katarzyna Zorn

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Auf der Terrasse

Karten unter:
0331 / 2804103
oder: blb@literaturlandschaft.de

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts: Dora, das jüdische Mädchen mit der petite hystérie und einer äußerst verschlungenen Familiengeschichte. Dora, die kaum achtzehn war, als sie es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden, und ihn, wie er es fasste, um die Befriedigung brachte, «sie weit gründlicher von ihrem Leiden zu befreien».
Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nicht mehr als eine Familien-Anekdote: ihre Urgroßmutter, die - nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung - zu Nachruhm kam, und dabei mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde. «Nach und nach wuchs in mir der Wunsch, dieses Bild von ihr zu ergänzen, ihm aber auch etwas entgegenzusetzen. Ich wollte eine Frau zeigen, die man nicht als lebenslängliche Hysterikerin abtun oder pauschal als Heldin instrumentalisieren kann. Eine Frau mit vielen Stärken und auch einigen Schwächen, die trotz aller Widrigkeiten bis zuletzt um ein selbstbestimmtes Leben ringt.»

Katharina Adler wurde 1980 in München geboren, wo sie nach Stationen in Leipzig und Berlin heute wieder lebt. Bereits für das Manuskript ihres ersten Romans, 'Ida', erhielt sie das Literaturstipendium des Freistaats Bayern und wurde 2015 für den Alfred-Döblin-Preis nominiert. 2018, nach Erscheinen des Buches, folgte die Nominierung für den Klaus-Michael Kühne-Preis und den ZDF-aspekte-Literaturpreis.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg

Sonntag
19.
September 2021
11.00 Uhr

Rainer Falk
(c) privat

Sven Limbeck
(c) privat

Rainer Falk & Sven Limbeck (Hg.) Casta Diva. Der schwule Opernführer

Gespräch & Opernquiz
Moderation: Albrecht Thiemann (Musikjournalist und Autor)

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Auf der Terrasse

Karten unter:
blb@literaturlandschaft.de

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Ebenso informativ wie vergnüglich zu lesen, ist Casta Diva der Opernführer, auf den nicht nur schwule Operngänger schon immer gewartet haben. Casta Diva bietet Artikel zu rund 100 Komponisten und zu mehr als 150 Werken des Opernrepertoires. Jeder Artikel enthält neben den Angaben zu Entstehung, Besetzung und Inhalt detaillierte Informationen zu den schwulen Aspekten des jeweiligen Werks. Ein ausführliches Vorwort führt ein in die mehr als 400-jahrige Geschichte des Musiktheaters und seiner schwulen Verehrer. Ein Glossar der Fachbegriffe erlaubt auch dem Novizen einen mühelosen Zugang in die Opernwelt, und ein Register erleichtert die gezielte Suche nach Personen und ihren Werken.
Die beiden Herausgeber Rainer Falk und Sven Limbeck geben einen Überblick über die Entstehungsgeschichte und die Besonderheiten des Opernführers. Ein unterhaltsames Opern-Quiz rundet die Veranstaltung ab!

Montag
04.
Oktober 2021

Peter Longerich
(c) privat

 

Peter Longerich
Antisemitismus: Eine deutsche Geschichte. Von der Aufklärung bis heute.

Moderation: Harald Asel

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

RESERVIEREN

In Freiburg/Breisgau und in Berlin studierte ich Philosophie, Musikwissenschaft und Germanistik und begann bereits Mitte der 1980er Jahre mit regelmäßiger Arbeit für den Rundfunk. Seit dem Sendestart von Inforadio 1995 bin ich als Redakteur und Autor für das Programm tätig, meist in den Sparten Kultur, Geschichte und Gesellschaft.

Der Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019 hat nicht nur gezeigt, wie gefährlich die Lage für Juden in Deutschland geworden ist – die Debatte hat auch offengelegt, dass antijüdische Einstellungen schon lange in der Mitte der Gesellschaft existieren. Peter Longerich, renommierter Historiker und Mitautor des 2012 veröffentlichten ersten Antisemitismusberichts des Deutschen Bundestags, zeigt, dass wir den gegenwärtigen Antisemitismus in Deutschland nicht begreifen können, wenn wir ihn vor allem als Sündenbock-Phänomen verstehen, wie es hierzulande in Schule und Hochschule gelehrt wird. Denn der Blick in die Geschichte offenbart, dass das Verhältnis zum Judentum bis heute vor allem ein Spiegel des deutschen Selbstbildes und der Suche nach nationaler Identität geblieben ist. Ein brisantes Buch, das mitten in die aktuelle Debatte stößt.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer- Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg.

Mittwoch
27.
Oktober 2021
20.00 Uhr

Judith Hermann
(c) Michael Witte

 

Judith Hermann „Daheim“

Lesung & Gespräch
Moderation: Carsten Wist

Potsdam | Waschhaus Potsdam | Schiffbauergasse 6

Karten unter:
www.waschhaus.de
oder: 0331 / 2804103

Eintritt: 12 / 10 € (zzgl. Gebühren)

RESERVIEREN

Judith Hermann erzählt in ihrem neuen Roman »Daheim« von einem Aufbruch: Eine alte Welt geht verloren und eine neue entsteht. Sie hat ihr früheres Leben hinter sich gelassen, ist ans Meer gezogen, in ein Haus für sich. Ihrem Exmann schreibt sie kleine Briefe, in denen sie erzählt, wie es ihr geht, in diesem neuen Leben im Norden. Sie schließt vorsichtige Freundschaften, versucht eine Affaire, fragt sich, ob sie heimisch werden könnte oder ob sie weiterziehen soll. Judith Hermann erzählt von einer Frau, die vieles hinter sich lässt, Widerstandskraft entwickelt und in der intensiven Landschaft an der Küste eine andere wird. Sie erzählt von der Erinnerung. Und von der Geschichte des Augenblicks, in dem das Leben sich teilt, eine alte Welt verlorengeht und eine neue entsteht.

Judith Hermann wurde 1970 in Berlin geboren, wo sie heute lebt und schreibt. 1998 erschien ihr erstes Buch »Sommerhaus, später«, das zu einem Bestseller wurde. »Judith Hermann erzeugt einen Sound, nach dem man süchtig werden kann.« (Franziska Wolffheim, Brigitte). 2003 erschien der Erzählungsband »Nichts als Gespenster«, der 2007 für das deutsche Kino verfilmt wurde. 2009 folgte »Alice«, das auch international große Aufmerksamkeit fand. Im Herbst 2014 veröffentlichte die Autorin ihren ersten Roman, >Aller Liebe Anfang<. Ihr Werk wurde mit zahlreichen literarischen Preisen ausgezeichnet. Im Frühjahr 2015 erschienen die Erzählungen ›Lettipark‹. »Die Prosa von Judith Hermann gehört zum Wichtigsten, was die deutsche Literatur unserer Jahre zu bieten hat.« (Marcel Reich-Ranicki).

In Kooperation mit dem Waschhaus und dem Literaturladen Wist.

Sonntag
07.
November 2021
11.00 Uhr

Helga Schütz
(c) Gaby Waldek

 

Matinee
Buchpremiere
Helga Schütz „Heimliche Reisen“

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Wir sind in unserem Schicksal zu Hause« - ein klarer Satz, den die Erzählerin träumt und sogleich bezweifelt. Denn wie man in verschiedene Heimstätten zieht, so verändern sich die Gewissheiten, wie es denn war, das eigene Schicksal. Helga Schütz spürt verwundert dem Echo der Erinnerungen nach: an die schlesische Kindheit, die kargen Dresdner Jahre, die marode Villa am Glienicker See im Schatten der Mauer, die Nachtwachen am Bett des todkranken Kindes, ein Berliner Hochhaus mit wachsamen Nachbarn und immer wieder an Erkundungen in der Ferne. Hat sie sich nicht sehenden Auges in Schwierigkeiten manövriert, nicht stets komplizierte, unpraktische Männer geliebt, Katastrophen verkannt? Die Vergangenheiten schicken ihre Geister in diese bestrickende, weise, gewitzte Lebenserzählung, und nur eines ist gewiss: »Das größte Geheimnis kommt zum Schluss.«

Helga Schütz wurde 1937 in Falkenhain/Schlesien geboren. 1944 Umsiedlung nach Dresden. Nach einer Gärtnerlehre Arbeit als Landschaftsgärtnerin. ABF. Nach dem Studium an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg wurde sie freie Autorin und schrieb Drehbücher und Szenarien zu Spiel- und Dokumentarfilmen, später auch Romane und Erzählungen. Em. Professorin an der Hochschule für Film und Fernsehen. Sie lebt in Potsdam. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Zuletzt erschienen: Grenze zum gestrigen Tag (Roman, 2000); Dahlien im Sand. Mein märkischer Garten (2002); Knietief im Paradies (Roman, 2005); Sepia (Roman, 2012); Die Kirschendiebin (Erzählung, 2017); Von Gartenzimmern und Zaubergärten (2020).

Mit freundlicher Unterstützung durch den Aufbau Verlag

Montag
22.
November 2021
20.00 Uhr

Harald Jähner
(c) Barbara Dietl

 

Harald Jähner
„Wolfszeit: Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955“

Moderation: Peter Walther

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2019
Harald Jähners große Mentalitätsgeschichte der Nachkriegszeit zeigt die Deutschen in ihrer ganzen Vielfalt: etwa den „Umerzieher“ Alfred Döblin, der das Vertrauen seiner Landsleute zu gewinnen suchte, oder Beate Uhse, die mit ihrem „Versandgeschäft für Ehehygiene“ alle Vorstellungen von Sittlichkeit infrage stellte; aber auch die namenlosen Schwarzmarkthändler, in den Taschen die mythisch aufgeladenen Lucky Strikes, oder die stilsicheren Hausfrauen am nicht weniger symbolhaften Nierentisch der anbrechenden Fünfziger. Das gesellschaftliche Panorama eines Jahrzehnts, das entscheidend war für die Deutschen und in vielem ganz anders, als wir oft glauben.

Harald Jähner, Jahrgang 1953, war bis 2015 Feuilletonchef der «Berliner Zeitung», der er seit 1997 angehörte. Zuvor war er freier Mitarbeiter im Literaturressort der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Seit 2011 ist er Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg.